Österreichische Spezialitäten haben Präsident gemundet

26. Juni 2006, 20:45
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"Alles aufgegessen" - Kalbsfilet für George - Zander für Laura - US-Beamter schaute in Töpfe

Wien - In kulinarischer Hinsicht dürfte Österreich einen guten Eindruck auf US-Präsident George W. Bush und seine Frau Laura hinterlassen haben. Das Mittagsmenü von Do&Co haben alle 30 Gäste an der Tafel rund um das Staatsoberhaupt in der Hofburg aufgegessen, berichtete Demel-Chef Attila Dogudan der APA am Mittwoch. Die First Lady sei von den im Haas-Haus gereichten österreichischen Spezialitäten hellauf begeistert gewesen.

An zwei "Fronten" demonstrierten die Gourmet-Köche dem US-Paar, "dass österreichische Küche international mithalten kann", wie Dogudan sagte. Als Vorspeise reichte man George Bush "Geräuchertes aus Österreichs Seen". Das zehnköpfige Köche-Team entschied sich für Saibling und Forelle. Laura Bush speiste zum "Auftakt" des Menüs Waldviertler Schafskäse mit Tomatencarpaccio und Kernöl. Pilze spielten in beiden Hauptgerichten eine Rolle: Er aß Kalbsfilet mit Eierschwammerlgröstl, sie frischen Zander mit Pilzgröstl. Als Dessert wurden in der Hofburg Marillenknödel gereicht, im Haas-Haus Schoko-Soufflé.

Für einen US-Präsidenten und seine Frau zu kochen, war für das Do&Co Team durchaus etwas besonders. "Da ist immer ein Herzklopfen dabei", sagte Dogudan. Vor allem weil es die Amerikaner noch etwas genauer nehmen: "Es ist schon etwas präziser zugegangen als bei anderen Empfängen", meinte der Gourmet. Dass ein US-Beamter während des Kochens in die Töpfe lugt, sei jedoch nichts Außergewöhnliches. "Bei Staatsgästen Standard", erklärte der Promi-Koch. Der Wunsch nach typisch amerikanischen Speisen wurde nicht angemeldet, berichtete Dogudan. Die Amerikaner wollten das Menü lediglich zur Voransicht, um sicher zu gehen, dass es dem Präsidenten und seiner Frau schmecken wird.

Eine Herausforderung sei es gewesen, die Gänge genau zu timen. "Man muss flexibel sein. Gespräche könnten unter Umständen länger dauern", meinte Dogudan. Die Kunst sei, dass das Essen schmeckt, warm und "am Punkt gebraten" ist. Da es sich beim Menü in der Hofburg um ein Arbeitsessen handelte, achteten die Köche darauf, leicht zu kochen. So kamen etwa keine schweren Saucen auf den Teller - eben Nichts nach dessen Verzehr man eine Siesta einlegen müsste, sagte Dogudan. Auch mit der Portionsgröße könne man sich da behelfen.

"Für uns ist das natürlich eine Ehre. Das ist so wie im Nationalteam zu spielen", sagte der Demel-Chef. Bisher hat Do&Co schon für Größen wie etwa den spanischen König Juan Carlos, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgekocht. Die First Lady nahm das Mahl im achten Stock des Haas-Hauses übrigens im Kreise von Kanzlergattin Krista Schüssel, der Frau von Bundespräsident Fischer, Margit, und dem Gatten von US-Botschafterin Susan McCaw ein, erzählte der Gourmet. (APA)

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