Erhebung: Praktisch jeder Maturant beginnt ein Studium

20. Oktober 2006, 10:36
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Hochschulplanungsprognose sagt bis 2012 steigende Studierendenzahlen voraus - Grund dafür ist die hohe Zahl der Maturanten

Wien - Die durch Einführung von Studiengebühren ab 2001 kurzfristig gesunkenen Zahlen der Studierenden an Österreichs Unis und Fachhochschulen wird etwa bis 2012 noch merkbar ansteigen. Das geht aus der heute, Mittwoch, präsentierten Hochschulplanungsprognose hervor. Als Hauptursache für die Zuwächse ortet Studienautor Frank Landler vom Institut für Demopgraphie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) die kontinuierlich steigende Zahl an Maturanten. Mittlerweile beginnt praktisch jeder Maturant ein Studium.

Mehr Maturanten und Studenten

Eine Steigerung der Studentenzahlen ist somit an die Maturantenzahlen gekoppelt. Und diese werden in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen. 38.022 waren es 2003, das ist ein Anteil von 38 Prozent am Altersjahrgang, bis 2010 werden es - so die Vorhersage - rund 42.000 sein. Das bedeutet einen Anteil von 42 Prozent am Altersjahrgang.

Höchststand im Jahr 2000

Die Zahl der Studierenden hatte im Jahr 2000 einen absoluten Höchststand von 198.452 erreicht. In erster Linie bedingt durch die Einführung der Studiengebühren im Wintersemester 2001 sackte die Zahl daraufhin auf 156.908. Anschließend gab es dann wieder leichte jährliche Anstiege, 2005 lag der Wert bei rund 163.000. Parallel zu den Maturantenzahlen wird es auch in Zukunft jährlich mehr Studenten geben, laut der Studie könnte der Höchststand aus dem Jahr 2000 etwa 2015 wieder erreicht werden.

Demographische Entwicklung

Ab dieser Zeit werden auf Grund der demographischen Entwicklung sowohl Maturanten- wie auch Studierendenzahlen stagnieren bzw. langsam sinken. Landler glaubt nicht, dass etwa ab 2010 bis 2015 der demographische Effekt durch steigende Bildungsbeteiligung der jungen Menschen ausgeglichen werden kann.

Gravierende Veränderungen

Für Landler sind die Einführung von Studiengebühren und die teilweise Umstellung auf das dreigliedrige Studiensystem (Bachelor-Master-PhD) gravierende Einschnitte in das österreichische Universitätssystem. Deren langfristige Auswirkungen seien aus heutiger Sicht schwer abzuschätzen, so der Experte. Bis jetzt sein noch nicht einmal klar, welche Studienrichtungen umsteigen werden und welche nicht.

Erfolgsraten

Seit den neunziger Jahren beobachten die Statistiker einen Trend zu steigenden Erfolgsraten bei den Studenten. Dieser Trend werde auch weiter anhalten, so Landler. Eine Abfuhr erteilte der Experte Hoffnungen, wonach es durch die Einführung der Studiengebühren zu einer nachhaltigen Reduktion der durchschnittlichen Studiendauer kommen werde. Dafür gebe es bis jetzt keine Anzeichen. (APA)

  • Die meisten Maturanten werden im Herbst ein Hochschulstudium inskribieren.
    foto: standard/cremer

    Die meisten Maturanten werden im Herbst ein Hochschulstudium inskribieren.

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