Meere bieten großes Potenzial für medizinische Wirkstoffe

28. Juni 2006, 12:22
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Internationale Tagung zur marinen Biotechnologie - Nur ein Prozent der marinen Mikroorganismen kann derzeit kultiviert werden

Greifswald - In den Meeren der Welt schlummern nach Angaben von Mikrobiologen noch ungeahnte Quellen für neue medizinische Wirkstoffe. Nur ein Prozent der marinen Mikroorganismen könnten mit den herkömmlichen Methoden der Mikrobiologie kultiviert werden, sagte der Greifswalder Mikrobiologe Thomas Schweder am Mittwoch bei einer internationalen Tagung zur marinen Biotechnologie.

"Marine Mikroorganismen leben in sehr komplexer Wechselwirkung mit anderen Organismen." Deshalb sei es schwierig, diese Organismen herauszulösen und im Labor zu kultivieren. In einem Milliliter Seewasser leben schätzungsweise eine Million Mikroorganismen.

Rund 130 Forscher aus Deutschland, den USA, Japan und China beraten in Greifswald bis Freitag über Wirkstoffe von Bakterien und Mikroalgen aus den Tiefen der Meere. Laut Schweder haben Mikrobiologen bei diesen Meeresorganismen bereits Stoffe nachgewiesen, die gegen Infektions- und Tumorerkrankungen wirken.

Funktionelle Genomforschung

Große Hoffnungen setzten die Experten in die funktionelle Genomforschung. Mit Hilfe der Genomsequenzierung könne auch der Bauplan von 99 Prozent der marinen Mikroorganismen entschlüsselt werden, die sich nicht kultivieren ließen, sagte Schweder.

Wissenschafter des Greifswalder Instituts für marine Biotechnologie haben nach Angaben Schweders bereits den Bauplan eines Bakteriums untersucht, das in einer lebensfeindlichen Umwelt in 2.500 Metern Tiefe in der Nähe von hydrothermalen Tiefseequellen, so genannten "black smokers", in Symbiose mit einem Röhrenwurm lebt. Pharmazeuten in der Hansestadt hätten dabei Wirkstoffe nachgewiesen, die antibakteriell und zytostatisch wirkten. (APA/dpa)

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    In einem Milliliter Meewasser leben schätzungsweise eine Million Kleinstlebewesen, erst ein Bruchteil davon ist erforscht.

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