Selbe Pose, andere Werbung

19. Juli 2006, 14:23
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Schüssel für McDonald's - Westenthaler fürs BZÖ - FPÖ-Generalsekretär Vilimsky wittert Ideenklau und schreibt offenen Brief an McDonald's

Auch wenn die heimische Nationalmannschaft nicht mit von der Partie ist, wirft die Fußball-WM ihre Schatten weit nach Österreich und über die heimische Politikerlandschaft. Erst unlängst bescherte seine Fußballbegeisterung Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) einen ungewollten Werbeauftritt auf einem McDonald's-Sujet, auf dem er mit rot-weiß-rot bemalten Backen einen ebensolchen Schal in die Höhe reißt. Etwa zeitgleich zur Kampagne des Fast-Food-Riesen plakatierte auch das BZÖ seinen neuen Spitzenkandidaten - in Fußballmanier. Unter dem Slogan "Anpfiff für Österreich" hält Peter Westenthaler einen Schal mit den Nationalfarben in die Höhe.

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Offener Brief an McDonald's

Die Ähnlichkeit der beiden Plakate in grafischem Aufbau und Kommunikationsstrategie stach am Dienstag FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ins Auge, der umgehend mit einem offenen Brief an McDonald's reagierte. Der Blaue witterte nämlich einen versuchten "Imagetransfer" des Konzerns auf das BZÖ sowie den "offenkundigen Ideendiebstahl". In seinem Schreiben warnte er die Fast-Food-Kette, die seiner Meinung nach "ein sehr image- und markenbewusstes Unternehmen ist", davor, in den Verdacht zu geraten, "Geldgeber oder sonstiger Sponsor für diese politische Gruppierung" zu sein.

Er forderte das Unternehmen daher auf, drei Fragen zu beantworten, nämlich, weshalb es akzeptiere, dass Werbesujets von einer politischen Partei weitestgehend übernommen werden können und ob es einen Geldfluss bzw. eine Kooperation zwischen McDonalds und BZÖ gebe. Schließlich wollte der blaue Generalsekretär wissen, weshalb sich das Unternehmen "in keiner öffentlich wahrnehmbaren Weise" davon distanziere, dass sich eine politische Partei den Werbeauftritt "zu Nutze zu machen versucht". Die Antworten seien für sein "weiteres parlamentarisches und politisches Vorgehen" in dieser Sache wichtig, kündigte Vilimsky ganz in Wahlkampflaune an. (APA)

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