Jordanischer König fordert Verhandlungen

22. Juni 2006, 08:27
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Abdullah II. eröffnete Wirtschaftsforum in Petra - Treffen zwischen Olmert und Abbas

Petra - Der jordanische König Abdullah II. schließt jede Friedenslösung im Nahen Osten ohne Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern aus. Bei der Eröffnung einer internationalen Konferenz, an der neben anderen Persönlichkeiten 25 Nobelpreisträger - unter ihnen der Dalai Lama - teilnehmen, sagte der König am Mittwoch in Petra: "Einen dauerhaften Frieden kann es nur durch eine Verhandlungslösung geben, die auf der internationalen Legalität und auf zwei Staaten basiert: einem souveränen palästinensischen Staat neben einem in Sicherheit lebenden israelischen Staat". Der Status quo bedeute ein "humanitäres Desaster für das palästinensische Volk", betonte der haschemitische Monarch.

Grenzfestlegung

Am Donnerstag sollen der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas und der israelische Regierungschef Ehud Olmert nach Petra kommen. Olmert hatte angekündigt, die Grenzen Israels gegebenenfalls einseitig festzulegen. Er will die großen israelischen Siedlungsblöcke im Westjordanland annektieren und das strategisch wichtige Jordantal kontrollieren.

Der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel sagte am Mittwoch bei dem Treffen in Petra: "Den Palästinensern möchte ich sagen, dass sie nicht die Feinde derjenigen sein sollen, in denen sie heute ihre Feinde sehen."

Jordanien als Palästinenserstaat

Äußerungen eines israelischen Spitzenmilitärs über die ungewisse Zukunft des jordanischen Königreichs hatten vor mehreren Monaten eine schwere diplomatische Verstimmung ausgelöst. Jordanien hatte protestiert, nachdem der israelische Militärbefehlshaber für den Zentralabschnitt, General Yair Naveh, vor Journalisten gesagt hatte, König Abdullah könnte der letzte Monarch Jordaniens sein. Das Land sei "instabil", weil 80 Prozent seiner Bevölkerung Palästinenser seien. Auch der ehemalige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatte einst einen eigenen Staat für die Palästinenser mit der Begründung abgelehnt, dass Jordanien bereits ein solcher sei. (APA/AFP)

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