Heimische Institute steigerten Quartalsergebnis um 11 Prozent

7. Juli 2006, 11:41
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Für das Gesamtjahr 2006 rechnen die Kreditinstitute mit einem Plus beim Betriebsergebnis von 5,7 Prozent auf 5,13 Milliarden Euro

Wien - Die in Österreich tätigen Banken konnten das unkonsolidierte Betriebsergebnis im 1. Quartal 2006 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,3 Prozent klar steigern, geht aus den jüngsten Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervor. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete das Provisionsgeschäft (plus 16,2 Prozent), wobei dies überwiegend auf die Erhöhung der Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft zurückzuführen war.

Der Anteil des Nettozinsertrages an den gesamten Betriebserträgen betrug 43,5 Prozent. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich um 0,7 Prozentpunkte auf 63,0 Prozent. Der Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich für das gesamte Geschäftsjahr 2006 wird gegenüber dem Schätzwert im 1. Quartal 2005 geringer erwartet, heißt es in einer Aussendung der OeNB.

Für die ersten drei Monate 2006 meldeten die Kreditinstitute eine Steigerung der Betriebserträge um 9,2 Prozent auf 4,04 Mrd. Euro. Die Betriebsaufwendungen erhöhten sich mit 8,1 Prozent auf 2,55 Mrd. Euro etwas geringer. Daraus resultierend verbesserte sich die Cost-Income-Ratio um 0,7 Prozentpunkte und belief sich zum Berichtszeitpunkt auf 63,0 Prozent.

Rückgang im Vergleichsquartal

Nach einem Rückgang im Vergleichsquartal des Vorjahres konnte im 1. Quartal 2006 ein Anstieg des Nettozinsertrages um 1,4 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro verzeichnet werden. Der Total Spread reduzierte sich weiter und belief sich auf 1,02 Prozent. Die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft betrugen 0,59 Mrd. Euro und wiesen mit 10,7 Prozent einen wesentlich geringeren Anstieg als in der Vergleichsperiode des Vorjahres (plus 21,2 Prozent) auf.

Der Saldo aus dem Provisionsgeschäft belief sich auf 1,10 Mrd. Euro und erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 2005 mit 16,2 Prozent signifikant. Die Hälfte der Steigerungen der Betriebserträge im 1. Quartal 2006 lässt sich damit begründen, so die Nationalbank. Der Großteil des Anstiegs ist auf den markanten Zuwachs der Erträge aus dem Wertpapiergeschäft mit 45,3 Prozent zurückzuführen. Die Relation Saldo aus dem Provisionsgeschäft zu den gesamten Betriebserträgen betrug 27,2 Prozent und erhöhte sich gegenüber dem 1. Quartal 2005 mit 1,6 Prozentpunkten deutlich.

Anstieg bei Verwaltungsaufwendungen

Im ersten Quartal 2006 wurde ein starker Anstieg bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um 8,5 Prozent auf 2,14 Mrd. Euro verzeichnet. Dabei sind die Personalaufwendungen mit 8,3 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro angestiegen. Der Sachaufwand belief sich auf 0,86 Mrd. Euro und erhöhte sich um 8,9 Prozent.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2006 rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute mit einem Betriebsergebnis von 5,13 Mrd. Euro, welches mit 5,7 Prozent über dem geschätzten Wert der Vergleichsperiode 2005 liegt. Unter Einbeziehung sämtlicher Bewertungsmaßnahmen und Risikokosten ergibt sich für das Jahr 2006 ein erwartetes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 4,32 Mrd. Euro, welches mit 34,5 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres signifikant besser eingeschätzt wird. Unter Berücksichtigung des erwarteten a.o. Aufwandes (0,07 Mrd. Euro) und der erwarteten Steuern (0,39 Mrd. Euro) gehen die Kreditinstitute von einen Jahresüberschuss von 3,84 Mrd. Euro aus (minus 1 Prozent). (APA)

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