Haiders Wahlkampfleiter Petzner unter Beschuss

21. Juni 2006, 17:49
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Bezüge zur Nazizeit auf Urabstimmungs-Plakat - Für Rat der Kärntner Slowenen als Pressesprecher "untragbar"

Klagenfurt - Wegen der Plakatkampagne für die Ortstafel-Urabstimmung des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider ist dessen Pressesprecher Stefan Petzner unter Beschuss geraten. Petzner hatte in der Mittwoch-Ausgabe des "Standard" erklärt, ein möglicher Konnex des Hauptslogans "Wollen Sie eine endgültige Lösung der Ortstafelfrage?" zu Slogans des Naziregimes seien ihm bewusst gewesen. Gegenüber der APA bestätigte Petzner diese Aussage, fügte aber hinzu, er sei unvollständig zitiert worden. Für den Rat der Kärntner Slowenen ist Petzner "untragbar".

"Wollt ihr den totalen Krieg?"

Er habe als Wahlkampfleiter des BZÖ das Plakat entworfen und stehe auch dazu, betonte Petzner am Mittwoch. Zu dem vom "Standard" hergestellten Bezug zu Hermann Görings Ausspruch zur "Endlösung der Judenfrage" bzw. Joseph Goebbels' "Wollt Ihr den totalen Krieg?" meinte Petzner: "Ich habe gewusst, dass dieser Vorwurf kommen kann, aber ich habe nicht beabsichtigt, dass bewusst oder unbewusst eine derartige Verbindung hergestellt wird." Er sei auf der Suche nach einem "Flash" für das Plakat gewesen und stehe zu dem gewählten Slogan, so der 25-jährige Petzner, der sich als "guter Historiker" bezeichnete.

Der Rat der Kärntner Slowenen reagierte in einer Aussendung mit der Forderung nach "sofortiger Entfernung" Petzners von seinem Posten: "Jemand, der bewusst mit Slogans im NS-Jargon operiert, ist als Pressesprecher eines österreichischen Landeshauptmannes nicht tragbar, auch wenn dieser Landeshauptmann Haider heißt." (APA)

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    Haider-Pressesprecher und Wahlkampfleiter Stefan Petzner (links) wird heftig kritisiert.

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