Löcher in Englands Abwehr

21. Juni 2006, 12:09
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Eriksson-Truppe bei Standard-Situationen gegen Schweden nicht sattelfest; Rooney-Auswechslung als Vorsichtsmaßnahme

Köln - Selbst nach dem Achtelfinal-Aufstieg als Gruppensieger ist im Lager der Engländer längst nicht alles eitel Wonne. Neben dem Ausfall von Michael Owen machen Teamchef Sven-Göran Eriksson bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland auch ungeahnte Schwächen in der Defensive Sorgen. Beide Gegentreffer beim 2:2 gegen Schweden am Dienstag in Köln entsprangen aus Standard-Situationen, in denen der Weltmeister von 1966 in der zweiten Hälfte alles andere als sattelfest wirkte.

"Normalerweise sind wir bei ruhenden Bällen stark, aber heute haben wir nicht gut verteidigt. An unserem Defensiv-Verhalten müssen wir vor dem nächsten Spiel noch arbeiten", gab der Schwede zu. "Aber das wichtigste ist, dass wir die Gruppe gewonnen haben. Das war unser großes Ziel."

Respekt vor Ecuador

Durch Platz eins in Pool B vermieden die Engländer ein Achtelfinal-Duell mit Deutschland und bekommen es stattdessen mit Ecuador zu tun. "Am Papier sieht das wie eine leichtere Aufgabe als Deutschland aus. Doch Ecuador wird gegen uns nicht mehr so schlecht spielen wie gegen Deutschland, außerdem haben sie in diesem Match wichtige Spieler geschont."

Grund zur Freude hatte Eriksson angesichts der Leistung von Wayne Rooney, der vor allem in der ersten Hälfte ein ständiger Unruheherd war, nach der Pause aber so wie seine Kollegen zurückfiel. Als er rund 20 Minuten vor Schluss ausgetauscht wurde, quittierte das der Jungstar mit abfälligen Handbewegungen und nahm schmollenden Blickes auf der Bank Platz.

"Richtig toll waren unsere Spiele bisher nicht"

Von einem Konflikt mit Rooney sei aber keine Rede, betonte Eriksson. "Ich glaube, er war eher von sich selbst enttäuscht, weil er in der zweiten Hälfte nicht so gespielt hat, wie er sich das gewünscht hätte. Ich habe ihn herausgenommen, um keine Verletzung zu riskieren", sagte der Teamchef über den 20-Jährigen, der erst kürzlich einen Mittelfußknochenbruch in Rekordzeit überwunden hatte.

Rooneys Ersatzmann Steven Gerrard hätte seine Elf fast noch zum Sieg geköpfelt, gab sich nach dem späten Gegentor aber selbstkritisch. "Richtig toll waren unsere Spiele bisher nicht." Auch "Man of the Match" Joe Cole sieht noch Steigerungsbedarf. "Ab jetzt geht es richtig los, da dürfen wir uns solche Fehler wie heute nicht mehr erlauben."(APA)

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