FPÖ-Kandidaten sollen Wahlkampf bezahlen

10. Juli 2006, 17:15
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Jeder soll "zwischen 0 und 100.000 Euro beitragen"

Die FPÖ-Kandidaten für die Nationalratswahl werden großteils einen finanziellen Beitrag zum Wahlkampf leisten müssen. Wie Parteichef Heinz-Christian Strache Mittwoch Vormittag am Rande der Nationalratssitzung auf Anfrage der APA mitteilte, soll jeder gemäß seinen eigenen Möglichkeiten eine Unterstützung zur Verfügung stellen.

Je nach Leistungsfähigkeit

Die Höhe der finanziellen Leistung werde aber nichts mit der Reihung auf den Kandidatenlisten zu tun haben. Maximalbeitrag wären 100.000 Euro, beispielsweise ein Arbeitnehmer-Vertreter könnte aber durchaus auch ohne Zahlung auf die Liste kommen.

Erst gestern hatten sich die Landesobleute der Freiheitlichen zu einer Sitzung in Wien getroffen, um neben der inhaltlichen Ausrichtung auch die finanzielle Lage zu diskutieren. Diese ist nicht allzu rosig, wurde der FPÖ vom Bundeskanzleramt in "Dollfuß"-Manier, wie Strache meint, doch die Akademien-Förderung gestrichen. Hinzu kommen die Schulden, die der FPÖ von den abgesprungenen BZÖ-lern hinterlassen wurden.

Kleines Budget

Deshalb werden die Freiheitlichen auch ein relativ geringes Wahlkampf-Budget aufstellen, das laut Strache unter fünf Millionen und damit weniger als die Hälfte von Grünen und BZÖ betragen soll. Dass die eigenen Funktionäre beitragen müssen, sieht der Parteichef aber nicht nur als Ausdruck der finanziellen Not sondern auch als Beweis für den Idealismus der eigenen Mannschaft, die an das Projekt glaube und nicht dem Steuerzahler auf der Tasche liegen wolle.

Wie viel er selbst beitragen wird, konnte Strache vorerst nicht sagen. Da müsse zunächst seine Bank errechnen, wie hoch seine Garantie ausfallen werde.

Listenplätze könne man sich in der FPÖ nicht "erkaufen", ergänzte dazu Generalsekretär Harald Vilimsky gegenüber der APA. Allerdings seien die Mandatare grundsätzlich bereit, "aus ihrer eigenen Tasche und gemäß ihrer Möglichkeiten dazu zu legen".

(APA)

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