Casinos setzen auf Lotterien

7. Juli 2006, 11:57
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Interesse am Erwerb des 34-prozentigen Bawag-P.S.K.-Anteils

Brüssel, Falls die Noch-Gewerkschaftsbank Bawag P.S.K., wie vermutet wird, ihren 34 Prozent-Anteil an der Lotterien-Gesellschaft verkauft, stehen die Casinos Austria (ebenfalls zu 34 Prozent beteiligt) Gewehr bei Fuss. "Wir sind daran interessiert und wollen unser Vorkaufsrecht ausüben", sagte Casinos-Auslandschef Paul Herzfeld bei der Bilanzpressekonferenz in Brüssel.

Den Lotterien haben Euromillionen und das Spielangebot im Internet im Vorjahr einen Rekordumsatz von 1,8 Mrd. Euro beschert, eine Steigerung um 17 Prozent. Dieser Umsatz ist im Konzernumsatz der Casinos Austria von 3,04 Mrd. Euro (plus 16,8 Prozent) bereits voll eingerechnet, weil die Lotterien über Syndikatsverträge beherrscht werden. Eine Anteilsauftstockung auf 68 Prozent würde daher nicht den Umsatz, wohl aber die Ergebnissituation stärken.

Durch den hohen Restrukturierungsaufwand von 43 Mio. Euro und das weiterhin rückläufige Inlandsgeschäft sank das Casinos-Konzernergebnis im Vorjahr von 39,1 Mio. Euro auf 29,6 Mio. Euro. Heuer soll jedoch die Marke von 40 Mio. Euro wieder übersprungen werden. 2007 soll auch das Inlandsgeschäft - derzeit mit Betriebsverlust von 16 Mio. Euro - wieder "positiv gestieren", so Herzfeld.

Die Finanzierung der Übernahme - eine Größenordnung von 180 Mio. Euro wird kolportiert - sei jedenfalls darstellbar. Ein Börsengang sei für den Erwerb nicht nötig und auch nicht aktuell, vielleicht "in drei Jahren", wie Finanzchef Josef Leutgeb ausführte. Fortgesetzt werden heuer die Expansion (Eröffnung in Belgrad, Bewerbung in Chile) und der Abbau von 300 von 1700 Mitarbeitern per Golden-Handshake-Programm. (Michael Bachner, Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.6.2006)

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    Mit einem "umfassenden Restrukturierungs­konzept" sollen die Kosten gesenkt und die Einnahmen gesteigert werden.

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