Privatsender braucht noch zwei Jahre Kapitalzufuhren

9. Oktober 2006, 14:52
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ATV-Chef Prenner: Medienhaus wäre Wunschgesellschafter - Neue Programmpläne für den Herbst

Franz Prenner, Vorstand von ATV, zeigt sich unbeeindruckt vom Wirbel um die Bawag, die immerhin über 40 Prozent an dem Privatsender hält. Eine Präferenz für einen Käufer der Banken-Anteile hat er aber: "Ein großes Medienunternehmen, das Fernsehen als ein weiteres Standbein braucht, wäre für uns ein idealer Partner", sagte er am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der PR-Agentur Trimedia. ATV werde noch zwei Jahre lang Kapitalzufuhren brauchen, so Prenner weiter. Grundsätzlich sei man zum dritten Sendejubiläum aber sowohl wirtschaftlich als auch nach Marktanteilen gut unterwegs.

Finanzierung kommt im dritten Jahr zu 60 Prozent aus eigenen Einnahmen

"Die Wirtschaftlichkeit ist gegeben", so Prenner. Man finanziere sich im dritten Jahr des Bestehens zu 60 Prozent aus eigenen Einnahmen. "Es gibt keinen Sender, der das geschafft hat, zumindest nicht in der so genannten zweiten Generation." ATV, früher Kabelkanal und seit Juni 2003 via Antenne empfangbar, sei zum Neustart vor drei Jahren "tot- und schlechtgeredet" worden, das Image am Boden gewesen. Daher führte man auch drei Jahre ein "plus" im Namen, von dem sich der Sender aber unlängst wieder getrennt hat. Auch das Logo kommt seitdem weniger poppig daher.

Vorbereitungen für "Traumhaus"

Erfolgreichste Eigenproduktion ist seit dem Start "Tausche Familie". "Bauer sucht Frau" stellt Prenner ebenso zufrieden wie die Diät-Reality-Soap "Du bist, was du isst". In Vorbereitung ist das TV-Event "Traumhaus" für den Herbst: Mehrere Familien bauen in Rekordzeit ein Haus, nur eine darf am Schluss aber einziehen.

Noch eher "bescheiden" sieht Prenner ATV im Informationsbereich aufgestellt. Derzeit ventiliere man ein Format in der Tradition der längst legendären "Stadtgespräche", "ein Genre, in dem sich die Bürger ordentlich aufpudeln können". So etwas sei aber "wahnsinnig aufwändig" und folgerichtig auch teuer.

Kein Interesse an weiterer Zusammenarbeit mit Premiere

Demonstratives Desinteresse legt Prenner bezüglich einer weiteren Zusammenarbeit mit Premiere bei der Fußball-Bundesliga an den Tag. "Mit Premiere haben wir uns nicht einigen können. Wir lassen den Vertrag auslaufen, wenn es keine Bewegung gibt." Die beiden Sender lagen sich zuletzt vor allem wegen der Beginnzeiten der Spiele in den Haaren. (APA)

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