Überschwemmungen in Indonesien: Über 300 Tote

23. Juni 2006, 09:32
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Tausende Menschen obdachlos - Politik macht rapide Abholzung der Wälder für die Katastrophe verantwortlich

Jakarta - Erdrutsche und Überschwemmungen nach heftigen Unwettern haben auf der indonesischen Insel Sulawesi vermutlich mehr als 330 Menschen in den Tod gerissen. Bis Donnerstag seien mindestens 200 Leichen geborgen worden, sagte ein Behördensprecher in Makassar, der Hauptstadt der Provinz Süd-Sulawesi.

Reißende Fluten und Schlammlawinen machten in der Region mindestens 7.000 Menschen obdachlos. Viele wurden in Notquartieren untergebracht wurden.

Am schwersten wurde der Bezirk Sinjai getroffen. Vermutlich seien aber noch viele weitere unter Erdmassen begraben, sagte ein Behördensprecher. Auf der Suche nach Verschütteten gruben sich Rettungsteams durch meterhohen Schlamm. Da Straßen blockiert sind, gelangte schweres Räumgerät nur mühsam ins Katastrophengebiet.

Die Fluten und der Schlamm hatten die Bewohner Dienstag früh im Schlaf überrascht. Die Wassermassen schwemmten mehrere hundert Häuser weg, überfluteten tausende Hektar Ackerland und zerstörten sechs Brücken. Die Strom- und Telefonverbindungen in dem betroffenen Gebiet auf Sulawesi seien unterbrochen, hieß es.

Ursache: rapide Abholzung

Der indonesische Vizepräsident Jusuf Kalla machte die rapide Abholzung der Wälder für die Katastrophe mitverantwortlich. Er forderte eine Untersuchung, inwiefern der in Indonesien weit verbreitete Holzdiebstahl eine Rolle spielt. "Die Flut kam so plötzlich, dass dies einen Hinweis liefert, dass die Wälder in keinem guten Zustand sind", erklärte der Vizepräsident.

Erst Anfang Jänner hatten Erdrutsche und Überschwemmungen auf der Insel Java mehr als 120 Menschen getötet. Hunderte Häuser und Unterkünfte wurden zerstört, tausende Menschen obdachlos. (APA/dpa/Reuters)

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    Überschwemmung in Sinjai

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