Bald Flinte statt Narkose

22. Juni 2006, 17:10
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Bär Bruno fuchst die Fänger - Noch nicht klar, ob Vertrag der Hundestaffel verlängert wird

München/Innsbruck – Dem finnischen Jagdtrupp für Wanderbären „Bruno“ steht mittlerweile rund um die Uhr ein Polizeihubschrauber zur Verfügung. Damit kann das Tier zwar nicht verfolgt werden, die Hundestaffel ist aber mobiler.

Bis Freitag hat sie noch Zeit, „Bruno“ lebend zu fangen – so lange läuft ihr Vertrag. Ob das bayerische Umweltministerium das Abkommen danach verlängert, ist noch ungewiss. „Wir sind derzeit mitten in den Verhandlungen“, erklärte Susanne Brandt, eine Sprecherin des bayerischen Umweltministeriums.

Weiter untergetaucht

Am Dienstag blieb Bär „Bruno“ untergetaucht. Bis zum späten Nachmittag gab es keine neue Spur des Braunbären, der seit März im Grenzland zwischen Tirol und Bayern umherwandert und dort schon zahlreiche Schafe, Hennen und Hasen gerissen hat.

Zuletzt hatte ein Jäger das Tier am Montagvormittag im Kurort Kreuth gesichtet. Bei den Behörden und der Tierschutzgruppe WWF wächst die Sorge, dass „Bruno“ Menschen anfallen könnte: „Er wird immer dreister. In Kreuth ist er auf der Straße entlanggetrottet, ließ sich nicht verscheuchen“, erzählt Brandt.

Abschussgenehmigung wahrscheinlich

In Tirol rechnet man nicht damit, dass der finnische Jagdtrupp länger als bis Samstag bleiben wird. Laut Agrarlandesrat Anton Steixner (VP) sollen am Wochenende alle involvierten Experten an einen Tisch geholt werden. Dort will man die weitere Vorgangsweise besprechen. Dass dann eine Abschussgenehmigung erteilt werden könnte, ist wahrscheinlich. Tirols Landeshauptmann Herwig van Staa sprach sich am Dienstag nach der Regierungssitzung für die Tötung des Bären aus. „Ich war der Meinung, dass das Tier gefährlich ist“, sagte er. Und auch für Steixner ist klar: „Ich möchte nicht den ganzen Sommer einem Bären hinterherrennen.“

Steixner will nicht viel mehr als jene 12.000 Euro ausgeben, die er bis jetzt einberechnet hat. Den WWF hat die Jagd bis dato angeblich 70.000 Euro gekostet, Steixner zweifelt diese Summe an. (ja, DER STANDARD Printausgabe, 21.06.2006)

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