Drei Kinder bei israelischem Luftangriff in Gaza getötet

24. Juni 2006, 22:29
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Israelische Armee: Militante Palästinenser für zivile Opfer verantwortlich - Abbas ruft Palästinenser-Gruppen zu Waffenruhe auf

Gaza/Ramallah - Bei einem israelischen Raketenangriff sind am Dienstag im Gazastreifen drei palästinensische Kinder getötet worden. Außerdem seien mindestens zwölf Passanten verletzt worden, als das Militär nördlich von Gaza auf ein Auto von Anhängern der militanten Al-Aksa-Brigaden gefeuert habe, wie Polizei und Krankenhauspersonal weiter mitteilten. Drei Männer hätten flüchten können. Bei den Getöteten handle es sich um einen sechsjährigen Buben und ein fünfjähriges Mädchen.

Die israelische Armee bestätigte einen Angriff. Wie Augenzeugen und Ärzte mitteilten, seien die Palästinenser, denen der israelische Angriff offenbar galt, aus dem Wagen gesprungen, bevor dieser getroffen wurde. Einer israelischen Militärsprecherin zufolge zielte der Angriff auf Mitglieder einer bewaffneten Gruppe der Fatah von Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas. Diese habe erst vor kurzem Raketen nach Israel abgefeuert.

Armee äußert Bedauern

Die israelische Armee hat am Dienstagabend Bedauern über den Tod dreier Kinder bei einem Raketenangriff der israelischen Luftwaffe auf militante Palästinenser geäußert. Ein Militärsprecher teilte mit, man bedaure den Tod unschuldiger Zivilisten. Die Gruppe, der der Angriff im Gazastreifen gegolten habe, sei mit der Planung von Anschlägen auf Israel beschäftigt gewesen.

Die militanten Palästinenser-Gruppen sowie die radikal-islamische Hamas-Regierung seien letztlich dafür verantwortlich, dass Zivilisten in Mitleidenschaft gezogen würden, hieß es in der israelischen Erklärung weiter. Die Kinder hatten in der Nähe des Autos gespielt, das von der israelischen Luftwaffe beschossen wurde.

Abbas: Raketenbeschuss einstellen

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas forderte unterdessen radikale Palästinensergruppen auf, ihren Raketenbeschuss auf Israel sofort einzustellen. In einer Erklärung rief Abbas alle Palästinenser-Gruppen auf, sich an eine Waffenruhe vom März 2004 zu halten. Jede Gruppe, die sich dieser Waffenruhe widersetze, müsse die Verantwortung für mögliche israelische Vergeltungsaktionen tragen, sagte Abbas weiter.

Israel hatte seine Truppen nach der Räumung aller jüdischen Siedlungen im vergangenen September aus dem Gazastreifen abgezogen. Seitdem haben militante Palästinenser immer wieder selbst gebaute Kassam-Kleinraketen auf das israelische Grenzgebiet geschossen. Dabei sind bereits mehrere Menschen zu Tode gekommen, darunter auch Kinder.

Seit dem Tod von sieben Angehörigen einer palästinensischen Familie am Strand des Gazastreifens vor zehn Tagen haben die radikalen Palästinenser-Gruppen ihre Raketenangriffe intensiviert. Die palästinensischen Behörden machen Israel für den Tod der Zivilisten verantwortlich. Das israelische Militär hat offiziell die Verantwortung für die Explosion zurückgewiesen. Als Protest gegen den ständigen Raketenbeschuss durch militante Palästinenser riegelten Einwohner Sderots ihre Ortschaft am Dienstag zeitweise ab. (APA/dpa/Reuters)

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