Treffen der Giganten

27. Juli 2006, 14:15
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Die bilateralen Handelsbeziehungen EU-USA sind die bedeutendsten der Welt - Mit Infografik

Wien - Der Gipfel der EU mit den USA am Mittwoch, zu dem US-Präsident George W. Bush nach Wien kommt, ist nicht nur von höchster politischer Brisanz, sondern auch ein Treffen von zwei globalen Wirtschaftsriesen. Betrachtet man den gesamten Waren- und Dienstleistungsverkehr, so sind die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA die bedeutendsten der Welt.

Das riesige bilaterale Handels- und Investitionsvolumen verdeutlicht die starke Interdependenz der beiden Volkswirtschaften. Dabei erzielt die EU in den vergangenen Jahren auf Grund sinkender Importe aus den USA einen immer größer werdenden Handelsbilanzüberschuss, berichtet das Statistische Amt der EU (Eurostat).

Überschuss bei 88 Milliarden Euro

Auf die USA entfielen 2005 knapp ein Viertel der Warenausfuhren der EU in Drittländer und 14 Prozent der entsprechenden Einfuhren. 2005 exportierte die EU in die USA Waren im Gesamtwert von 251 Mrd. Euro, während sich die Wareneinfuhren der EU aus den USA auf 163 Mrd. Euro beliefen. In den letzten Jahren stieg der Handelsbilanzüberschuss der EU kontinuierlich an, und zwar zwischen 1999 und 2005 von etwas mehr als 20 Mrd. auf über 88 Mrd. Euro. Hauptursache für den gestiegenen Überschuss ist ein Rückgang der Einfuhren aus den USA um rund ein Fünftel.

Der Anteil der Einfuhren der EU aus den USA an den Gesamteinfuhren der EU verringerte sich zwischen 1999 und 2005 von 22 auf 14 Prozent; der entsprechende Anteil der Ausfuhren nahm im gleichen Zeitraum von 27 auf 24 Prozent ab. Bei fast 45 Prozent der Ausfuhren der EU in die USA und knapp der Hälfte der entsprechenden Einfuhren handelte es sich 2005 um Maschinen und Fahrzeuge. Mit einem Anteil von 27 Prozent (69 Mrd. Euro) an den gesamten Ausfuhren der EU in die USA war Deutschland 2005 unter den EU-Mitgliedstaaten der bedeutendste Exporteur; auf Platz zwei lag das Vereinigte Königreich.

Die bedeutendsten Importeure waren ebenfalls das Vereinigte Königreich (34 Mrd. Euro oder 21 Prozent) und Deutschland (32 Mrd. oder 20 Prozent). Die meisten Mitgliedstaaten erzielten im Warenverkehr mit den USA 2005 einen Überschuss; die größten Überschüsse verzeichneten Deutschland (+37 Mrd.), Italien (+13 Mrd.) und das Vereinigte Königreich (+10 Mrd.).

US-Überschuss bei Dienstleistungen

Auf die USA entfiel ein Drittel des Dienstleistungsverkehrs zwischen der EU und Drittländern. 2004 exportierte die EU in die USA Dienstleistungen im Gesamtwert von 116 Mrd. Euro, während sich die Dienstleistungseinfuhren der EU aus den USA auf 105 Mrd. beliefen. Die Bilanz des Dienstleistungsverkehrs zwischen der EU und den USA schloss mit einem Überschuss der EU von 11 Mrd. ab. Der Überschuss war primär auf Transportdienstleistungen (+9 Mrd.) sowie auf Versicherungsdienstleistungen, Finanzdienstleistungen und Reiseverkehrsdienstleistungen (je +4 Mrd.) zurückzuführen; das höchste Defizit (-10 Mrd.) war dagegen bei Patenten und Lizenzen zu verzeichnen. Auf die USA entfiel ein Drittel des Dienstleistungsverkehrs zwischen der EU und Drittländern.

Die Direktinvestitions-Ströme (DI-Ströme) zwischen der EU und den USA unterliegen starken Schwankungen. So floss 2001 aus der EU in die USA DI-Kapital in Höhe von 159 Mrd. Euro, 2002 in Höhe von 3 Mrd. und 2003 in Höhe von 47 Mrd., während die EU 2004 in den USA Desinvestitionen in Höhe von knapp 3 Mrd. zu verzeichnen hatte. Andererseits gingen die Direktinvestitionen der USA in der EU zwischen 2001 und 2004 von 80 Mrd. auf 23 Mrd. stetig zurück. (APA)

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