Heute: Angolas Traum gegen Iran

21. Juni 2006, 17:42
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Afrikaner wollen mit erstem WM-Sieg Mini-Chance aufs Achtelfinale nützen - Iranern droht schlechtestes Endrunden-Abschneiden der Geschichte

Leipzig - Angola will mit einem historischen Sieg seine Mini-Chance auf den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-WM wahren, und der Iran möchte das schlechteste Endrunden-Abschneiden der Geschichte abwenden. So lauten die Zielsetzungen der beiden Außenseiter für ihr direktes Duell in der Gruppe D am Mittwochnachmittag (ab 16 Uhr) in Leipzig.

Nach dem 0:1 gegen Portugal sowie dem torlosen Remis gegen Mexiko wartet Debütant Angola nicht nur auf den ersten Sieg, sondern auch auf seinen ersten Treffer in der WM-Historie. "Wir müssen nun auch endlich Tore erzielen und deshalb viel offensiver agieren als in den beiden bisherigen Spielen", weiß Co-Trainer Alvaro de Almeida Mabi, warum bisher der Torjubel bei seinem Team ausgeblieben ist.

Doch ein Erfolg über den dreifachen Asien-Meister ist zu wenig, die Afrikaner müssen außerdem noch auf Schützenhilfe von Vizeeuropameister Portugal hoffen. Der mit dem Punktemaximum nach zwei Spielen bereits fix für das Achtelfinale qualifizierte Tabellenführer trifft im Parallelmatch auf die Mexikaner, denen bereits ein Remis zum sicheren Einzug unter die letzten 16 genügen würde.

"Natürlich ist unsere Chance aufs Achtelfinale sehr klein, doch wir müssen einfach weiter an unseren Traum glauben und versuchen, das Match von Beginn weg zu kontrollieren. Mit dem 0:0 gegen Mexiko ist unser Selbstvertrauen jedenfalls gestärkt worden", betonte Angolas Kapitän und Torjäger Akwa vor dem abschließenden Gruppen-Match.

Doch auch der Iran will unbedingt gewinnen und sich damit für die beiden enttäuschenden Auftritte beim 1:3 gegen Mexiko und 0:2 gegen Portugal rehabilitieren. Ursprünglich mit dem Ziel angetreten, bei der dritten WM-Teilnahme erstmals die Gruppenphase zu überstehen, droht dem Team des kroatischen Trainers Branko Ivankovic nun sogar der historische Tiefpunkt, denn punktlos sind die Iraner bisher bei einer WM noch nie geblieben: 1978 in Argentinien schafften sie gegen Schottland ein 1:1, 1998 in Frankreich sogar einen prestigeträchtigen 2:1-Triumph über die USA, den politischen Erzfeind des Regimes der Islamischen Republik.

"Unsere Ehre und unser Stolz stehen auf dem Spiel. Wir wollen uns deshalb unbedingt mit einem Sieg von der WM-Bühne verabschieden. Vielleicht ist es auch ein Vorteil, dass wir jetzt ohne Druck in dieses Match gehen und damit endlich zu unserer Form finden können", hofft der nach seiner Grippe und Muskelproblemen wieder vollständig genesene Deutschland-Legionär Ferydoon Zandi, dass er und seine Teamkollegen gegen Angola befreit aufspielen werden.

Aber egal wie das letzte Match ausgehen wird, Teamchef Ivankovic sitzt am Mittwoch zum letzten Mal auf der Trainerbank der Iraner. Sein nach der Endrunde auslaufender Vertrag wird nach dem vorzeitigen WM-Out nicht verlängert. (APA/Reuters)

  • IRAN - ANGOLA
    (Leipziger Stadion, 16 Uhr, Schiedsrichter: Mark Shield/Australien):

    Iran: 1 Mirzapour - 13 Kaebi, 5 Razaei, 3 Bakhtiarizadeh, 20 Nosrati - 2 Mahdavikia, 8 Karimi, 7 Zandi, 21 Mandanchi, 14 Teymourian, - 9 Hashemian Es fehlen: 4 Golmohammadi (Schulterverletzung), 6 Nekounam (gesperrt)

    Angola: 1 Ricardo - 20 Loco, 3 Jamba, 5 Kali, 21 Delgado - 17 Ze Kalanga, 15 Rui Marques, 7 Figueiredo, 11 Mateus, 14 Mendonca - 10 Akwa

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