"Scheiße im Gebusch. Ein Tusch für Mister Bush"

27. Juni 2006, 12:02
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Lyrische Willkommensgedichte für den US-Präsidenten von Fian bis Franzobel auf FM4

Wien - Der Radiosender FM4 hat zum Besuch von George W. Bush mehrere Literaten und Humoristen gewonnen, die den US-Präsidenten auf ihre Art willkommen heißen. Die Aktion "Hardly Welcome" sammelte die teils mehr, teils weniger lyrischen Ergüsse von den Schriftstellern Bodo Hell, Antonio Fian, Franzobel, Grace Latigo, Anna Kim und Doris Mitterbacher, den Kabarettisten Severin Groebner und Thomas Maurer sowie den Musik-Poeten Markus Binder (von Attwenger) und Joerg Piringer. Hier drei der Gedichte, die heute und morgen im Radio zu hören sind:

Bodo Hell:

Willkommen, Mr. President,
im gastlich-heitern Alpenland
machen'S doch uns und sich a Freud'
und schließen'S alle Guantanamos und Ghraib!

Antonio Fian:

Willkommen, Bush, du großer Mann!
Du führst die freie Welt heut an!
Auch unser Öst'reich jubiliert,
weil es von dir wird angeführt.

(Anm.: Das Gedicht wurde bereits in "Die Presse" abgedruckt)

Franzobel:

Scheiße im Gebusch.
Ein Tusch für Mister Bush.

Wie kann ein Büsch schon Scheiße heißen
Und was, was will der Busch dann scheißen,
außer Faulfrüchte, Beeren, Blätterbräune,
stinkende Wörter wie push it, push up
wenn er überüberwuzelt, nicht verwurzelt ist:
Sätze vom Hüschpfüsch und großen Güsch,
vom Wünschdirwas und Tüschleun-bück-dich
das ist alles, was ein Büsch, alleine im Gebusch,
wenn er überwüzelt ist, zusammenbringt.
Doch das ist Buschshit, Mister Büsch,
eine Scheiße im Geplüsch. Ein Pfüsch.
Drum Tschüss.
(APA)

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