Zuviel Mist: Neue Kampagne gestartet

22. Juni 2006, 17:25
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60 Prozent des Restmülls in Wien sind Lebensmittel

Wer kennt das nicht: wenn es aus dem Kühlschrank mieft, das Mehl wurmig ist und die Milch gammelt? Und wie oft bereut man, wenn man die Lebensmittel daraufhin wegschmeißen muss und sie überhaupt gekauft zu haben?

Offensichtlich wenig, wie die Zahlen einer Studie der Wiener Universität für Bodenkultur belegen. 60 Prozent des Restmüllaufkommens in Wien Haushalten machen Abfälle aus dem Lebensbereich Ernährung aus. Zwölf Prozent davon (70.000 Tonnen) sind originalverpackte oder angebrochene Lebensmittel, deren Ablaufdatum teilweise noch nicht überschritten ist.

Umweltstadträtin Ulli Sima (SP) startet nun, um der Vermüllung Einhalt zu gebieten, die Aktion "Kauf kan Mist". Damit die wertvollen Müllvermeidungstipps, die laut Sima vielen schon geläufig seien, umgesetzt werden, sucht sie Testhaushalte, Singles oder Großfamilien, die von Juli bis September diese Tipps auch umsetzen. Woran es scheitere, sei die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit. Experten sollen die Test-Müllvermeider beratend begleiten.

2004 gab es bereits eine ähnliche Kampagne der MA 48 für Abfallwirtschaft: "I bin eh schon so blad."Die 70.000 Tonnen originalverpackter Lebensmittel würden laut MA 48 eine von Wien bis zum Semmering reichende Kolonne Müllfahrzeuge ergeben. (mil, DER STANDARD-Printausgabe, 20.06.2006)

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