Journalisten-Ehepaar auf Philippinen erschossen

23. Juni 2006, 10:27
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Inselstaat gilt als gefährlichstes Land für Medienvertreter

Auf den Philippinen sind zwei politische Radiokommentatoren von Unbekannten erschossen worden. Das Ehepaar George und Mazel Vigo war auf der südlichen Insel Mindanao auf dem nächtlichen Heimweg, als zwei maskierte Männer von einem Motorrad aus das Feuer auf die beiden Journalisten eröffneten, wie die Polizei mitteilte. Beide seien noch im Krankenwagen ihren Schusswunden im Kopf und in anderen Körperteilen erlegen. Die Hintergründe für das Attentat seien noch unklar, fügte ein Polizeisprecher hinzu.

Morddrohungen von unbekannter Gruppe

In der vergangenen Woche hatte George Vigo Freunden berichtet, dass er von einer unbekannten Gruppe Morddrohungen erhalte. Vigo und seine Frau moderierten bei einem lokalen Radiosender zwei unterschiedliche Sendungen. Er arbeitet zudem für die in Bangkok ansässige katholische Nachrichtenagentur UCAN. Seine Frau engagierte sich in der linksorientierten Politikbewegung Bayan (Nation).

80 Reporter in 20 Jahren ums Leben gekommen

Die Philippinen sind nach Angaben der US-Organisation "Kommission zum Schutz von Journalisten" das weltweit gefährlichste Land für Journalisten. In den vergangenen 20 Jahren kamen mehr als 80 Reporter in dem Inselstaat ums Leben. Dabei wurden lediglich drei Fälle aufgeklärt.(APA/Reuters)

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