Burschen in Oberösterreich als Internet-Betrüger ausgeforscht

29. Juni 2006, 10:25
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Versteigerte Ware kamen meist nie bei den Käufern an - 700 Geschäfte in fast ganz Europa und sogar Australien

Die Polizei hat zwei 17-jährige Burschen im Bezirk Braunau in Oberösterreich ausgeforscht, die seit mindestens zwei Jahren Betrügereien im Internet begangen haben sollen. Der Hauptverdächtige aus dem Bezirk Braunau soll über eine Auktionsplattform u.a. Handys, Autozubehör und Elektronikteile versteigert haben. Die Waren kamen in den meisten Fällen nie bei Käufern an, gab die Sicherheitsdirektion Dienstagnachmittag in einer Presseaussendung bekannt.

Kunden, die nicht zahlten, setzte der 17-Jährige entweder telefonisch oder schriftlich unter Druck. Er gab sich als Rechtsanwalt aus oder drohte mit einer Anzeige bei der Polizei. Der Verdächtige legte 28 verschiedene Accounts an und benützte auch die E-Mail-Adressen von Freunden und Bekannten für seine Betrügereien.

Im Frühjahr 2004 stiftete er einen gleichaltrigen Mitschüler dazu an, auch ein Internetkonto zu eröffnen. Rund 30 Transaktionen wurden ebenfalls unter einer faschen Identität durchgeführt. Die Hälfte des Ertrages musste der Komplize an den 17-Jährigen abführen.

Im Oktober vergangenen Jahres wurde der Haupttatverdächtige zu den Internetgeschäften einvernommen. Er legte aber ein neues Bankkonto an und machte mit den Betrügereien weiter. Auch nachdem seine Computer Mitte Dezember beschlagnahmt worden waren, führte er seine Geschäfte fort. Zumeist bot er neuwertige Kameras und Taschenrechner an. Die Kunden zahlten hunderte Euro, fanden aber nur Verpackungen in der Post.

Der Hauptverdächtige soll an die 700 Geschäfte mit Bietern in fast ganz Europa und sogar Australien mit einem Umsatz von mehr als 24.000 Euro angebahnt haben. Die tatsächliche Anzahl der Kunden und der Gesamtschaden dürften jedoch weitaus höher sein. Zum Teil geleistete Wiedergutmachungen sollen nur einen Bruchteil der geleisteten Summen ausmachen. Das Geld dürfte der Bursch für ein Auto ausgegeben haben.

Beide Jugendliche wurden wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis angezeigt.(APA)

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