Stimmung belebt sich weiter

7. Juli 2006, 11:12
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BA-CA-Konjunktur­indikator: Österreich weiter mit Wachstums­vorsprung gegenüber Deutschland, Konsumen­ten kaufen wieder mehr

Wien - Die Konjunktur in Österreich belebt sich weiter: Der von der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) berechnete Konjunkturindikator ist im Mai von 3,2 auf 3,4 gestiegen, das ist der höchste Wert seit 2001. "Nach dem bereits sehr dynamischen Start ins zweite Quartal hat sich die Stimmungsverbesserung fortgesetzt", so BA-CA-Chefvolkswirtin Marianne Kager in einer Mitteilung am Dienstag.

Die in den vergangenen Monaten stark verbesserte Stimmung der österreichischen Industrie blieb auf ihrem hohen Niveau, die Stimmung der Industrie im Euroland erhöhte sich nochmals. "Nach Monaten der guten internationalen Konjunktur, die bisher vor allem die Industrie beflügelte, kommen nun Österreichs Konsumenten zunehmend aus ihrem Stimmungstief", so BA-CA-Volkswirt Stefan Bruckbauer.

Wachstumshöhepunkt

Nach der erwarteten Revision des Wirtschaftswachstums in Österreich für das erste Quartal von zwei auf 2,3 Prozent zum Vorquartal auf Jahresbasis bzw. drei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal rechnen die Ökonomen der BA-CA im zweiten Quartal nochmals mit einer leichten Beschleunigung auf 2,9 Prozent zum Vorquartal auf Jahresbasis. Damit dürfte nach Meinung der BA-CA auch der Wachstumshöhepunkt erreicht sein. "Wir rechnen für das zweite Halbjahr mit rund zwei Prozent Wachstum, denn trotz des beschleunigten Konsumwachstums im zweiten Halbjahr wird die Exportdynamik nach dem sehr starken ersten Halbjahr an Tempo verlieren und damit auch die Gesamtwirtschaft", so Kager.

Verlangsamung erst 2007

Für 2007 erwarten die Ökonomen der BA-CA eine Verlangsamung der Dynamik auf 1,8 Prozent. Damit bleibt dennoch der Wachstumsvorsprung gegenüber Deutschland, für das die OECD 2007 1,6 Prozent Wachstum erwartet. 2006 beträgt der Wachstumsvorsprung 0,7 Prozentpunkte (1,8 gegenüber 2,5 Prozent). Insgesamt konnte Österreich in den letzten zehn Jahren kumuliert um 10 Prozentpunkte schneller wachsen als Deutschland, wozu nicht nur der erfolgreiche Export sondern auch der Private Konsum, immerhin mit rund einem Drittel beitrug.

Gleichzeitig war die schwierige Situation der deutschen Bauwirtschaft ebenfalls zu einem Drittel für das geringere Wachstum Deutschlands verantwortlich. Österreichs Export konnte in den vergangenen zehn Jahren um 152 Prozent wachsen, der deutsche "nur" um 121 Prozent. Deutschland profitierte dabei von Ostexporten noch stärker als Deutschland: Ausfuhren in den CEE-Raum stiegen in Deutschland um 281 Prozent, in Österreich um 256 Prozent. Allerdings haben die Ost-Exporte in Österreich ein stärkeres Gewicht (19 Prozent) als in Deutschland (12,5 Prozent). (APA)

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    Österreichs Konsumenten kommen zunehmend aus ihrem Stimmungstief zurück.

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