Königlicher Kletterspaß bei Kaiserwetter

6. Oktober 2006, 15:55
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Irrgarten im Schönbrunner Schlosspark wurde mit einem Spielplatz erweitert

Wien – Im Grunde funktioniert so ein Irrgarten wie ein Staatsbesuch: Ständig stößt man an irgendwelche Absperrungen – und so richtig Spaß macht es nur, wenn man trotz aller Behinderungen einen Weg zu seinem Ziel findet. Ohne dem Herumirren wäre die Anlage ja auch kein Irrgarten – und ohne Behinderungen würde so ein hoher Staatsbesuch ja auch kaum wahrgenommen.

Was aber am Dienstag in Schönbrunn eröffnet wurde, ist zwar auch Teil eines Irrgartens – aber das blanke Gegenteil einer Behinderung. Weil hier die Kinder an der Macht sind. Seit 1999 wird an der Rekonstruierung des historischen Schönbrunner Irrgartens gearbeitet, der 1720 errichtet und ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schrittweise wieder aufgelassen worden war.

Längst fälliger Spielplatz

Die ersten drei Teile des wiederhergestellten Irrgartens orientierten sich direkt an diesem historischen Vorbild. Der nun fertiggestellte vierte Teil aber ist ein längst fälliges Angebot im Areal des Schlossparks: Ein ordentlicher und ganz besonderer Spielplatz.

„Das Amüsement, das Suchen, die mäanderförmigen Wege greifen das Irrgarten-Thema auf“, erläuterte Bundesgärten-Direktorin Brigitte Mang am Dienstag. Für die Gestaltung hat Schönbrunn-Geschäftsführer Wolfgang Kippes den Designer und Spielplatz-Experten Günter Beltzig gewonnen. „Das Schwierige an der Aufgabe war die Verbindung des barocken Gartens mit einem modernen Kinderspielplatz“, so Kippes.

Gummimatten-Wald

Nun ist nicht mehr das Tauberl-Scheuchen und Eichkatzerl-Jagen die einzige Attraktion im Park: Ab nun können die Kinder im Sand baggern, durch einen Wald von Gummimatten irren oder diverse Klettergerüste erklimmen.

Die Highlights sind aber der große Klettervogel, der beim Raufkraxlen beginnt, träge zu wippen und mit den Flügeln zu schlagen. Und an brütend heißen Tagen: Die Wasserschraube nebst der diversen Spritzspielzeuge.

625.000 Euro wurden in Summe dafür investiert, berichtet Schönbrunn-Geschäftsführer Franz Sattlecker in der Hoffnung, die Besucherzahlen im Labyrint weiter zu steigern: Schon bisher waren es im Schnitt 1600 pro Tag.

Allerdings: Gratis ist dieser Spielplatz auch nicht. Eine Saisonkarte für die gesamte Irrgarten-Anlage kostet jedoch nur für Erwachsene 9,90 Euro und 4,40 Euro für Kinder. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe, 21.06.2006)

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    Mit 14 Spielstationen wartet der Spielplatz im Schlosspark Schönbrunn auf.

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