Intel führt weiterhin bei Supercomputern

9. Juni 2000, 11:11

Neue Liste der 500 leistungsfähigsten Supercomputer vorgestellt

Auf der "Supercomputer 2000"-Messe in Mannheim hat die Top500-Crew heute die mit Spannung erwartete neue Top500-Liste der Supercomputer vorgestellt, die in halbjährlichem Rhythmus aufgefrischt wird. Danach behauptet Intel sich nun schon im dritten Jahr mit der ASCI Red an der Spitzenposition, berichtet Heise. Der aus 9632 PPro-Prozessoren bestehende Computer leistete beim Linpack-Benchmark 2380 GFLOPS. Ganz dicht auf den Fersen folgt IBM mit der ASCI Blue Pacific, die mit 5808 PowerPC-Prozessoren (PPC604e) 2144 GFLOPS erzielt. Nach den führenden vier amerikanischen Systemen platziert sich die im Münchner Leibniz-Zentrum ackernde Hitachi SR8000-F1/122 mit 1035 GFLOPS.

"Übermooresche" Geschwindigkeit

Wie die "Top500-Troika" (Hans Meuer, Erich Strohmeier und Jack Dongarra) auf der Konferenz ausführte, entwickelt sich derzeit die Performance mit "übermoorescher" Geschwindigkeit. Das nach Intel-Gründer Gordon Moore benannte Mooresche Gesetz geht von einer Verdoppelung der Chipkomplexität und mithin der Performance etwa alle 18 Monate aus. Bei den Supercomputern sei es vor allem der Druck aus dem kommerziellen Bereich (Datenbanken, Finanz- und Telekom-Sektor), der Performance-treibend wirke. Offensichtlich profitieren davon insbesondere IBM und Sun, die mit 28 bzw. 24 Prozent (144 respektive 121 Systemen) aller Platzierten in der Top-500-Liste verzeichnet sind. Beschränkt man sich allerdings auf die Top-50, so kann Cray mit 40 Prozent der Systeme die Führerschaft für sich beanspruchen.

Japanische Hersteller (Hitachi, NEC, Fujitsu) machen in der Top-500-Liste nur einen Anteil von etwa 10 Prozent aus – und zum guten Schluss findet man darin auch noch vier Selbstbau-Cluster-Systeme einiger Unis.

Interessant ist auch die Verteilung der Einsatzorte: In den USA stehen 260 der Systeme, Europa beherbergt 135 (davon fast die Hälfte in Deutschland) und Japan 61 Systeme. (Heise)

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