Internet als große Chance für Frauen

9. Juni 2000, 12:07

Das Grundproblem bleibt aber die soziale Struktur

New York - Anlässlich der UNO-Konferenz für Frauenrechte wurde die Bedeutung des Internet besonders herausgestrichen. Vor allem in Entwicklungsländern ist der Zugang zum Internet größtenteils auf Männer beschränkt. Gerade die Informationsvielfalt und Bildungsmöglichkeiten, die dieses Medium bietet, stellen eine große Chance für Frauen dar. In manchen Kulturen besteht allerdings die Gefahr, dass sich das Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen dadurch noch verschlechtert.

Gisele Yitamben, Vorsitzende einer Organisation, die Frauen im Sub-Sahara-Gebiet wirtschaftlich und technisch ausbildet, meinte: “Ich sehe das Internet als die größte Chance, denn es bietet Frauen Informationen und Ausbildungsmöglichkeiten. Über das Internet können wirklich viele Leute erreicht werden.”

Angaben der UNO zufolge konzentriert sich die Verwendung des Internet zu fast 90 Prozent auf Industrieländer, in denen aber nur 15 Prozent der Weltbevölkerung lebt. Die meisten UserInnen sind Männer: 62 Prozent in den Vereinigten Staaten, drei Viertel in Brasilien, 93 Prozent in China und 96 Prozent in den Arabischen Staaten.

Einige Sprecherinnen betonten, dass Internetzugang alleine nicht genug sei. In vielen Teilen der Welt verbieten soziale Sitten Frauen den Zugang zu Führungspositionen. Murison wies auf den Fall einer afrikanischen Geschäftsfrau hin, die ihr erfolgreiches E-Commerce-Unternehmen an die Ältesten des Dorfes abgeben musste. Sie sagte: “Technologien haben das Potenzial, die Geschlechtertrennung noch viel schlimmer zu machen. Aber sie können die Situation auch verbessern. Das Grundproblem ist aber die soziale Struktur, und das muss auch gelöst werden.” (pte/Reuters/dy)

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