Erste Protestaktion in Wien

21. Juni 2006, 15:00
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Medienaktion der SJÖ soll für Großdemonstration am Mittwoch werben - Schulstreik-Organisatoren erwarten "Tausende"

Wien - Mehr Polizisten als Demonstranten haben sich am Dienstagvormittag vor dem Hotel Intercontinental eingefunden. Im Rahmen des Besuchs von US-Präsident George W. Bush in Wien wollte die Sozialistische Jugend Österreichs (SJÖ) mit der Miniaktion Kritik an der US-Regierung üben, und zur Beteiligung an der für Mittwoch angekündigten Demonstration aufrufen.

"An diesen Händen klebt Blut. Stop Bush! Stop War!" war das Motto, mit dem die kleine Gruppe den Zusammenhang zwischen Krieg und wirtschaftlichen Interessen aufzeigen wollte. Mit Ölfässern, blutgetränkten Hemden und Geldscheinen versuchten die Kundgebungsteilnehmer Aufmerksamkeit zu erregen.

Pech für die gezählten elf Aktivisten: Der in der Johannesgasse ausgelöste Bombenalarm interessierte mehr Menschen als die Kundgebung. "Die Aktion könne man als 'Teaser' für die morgige Demonstration sehen", sagte SJÖ-Sprecher Wolfdietrich Hansen.

Schulstreik-Organisatoren erwarten "Tausende"

Die Organisatoren des für den morgigen Mittwoch geplanten Schulstreiks gegen den Besuch von US-Präsident George W. Bush erwarten die Beteiligung von "tausende(n) Schülerinnen und Schüler(n)". Wie die Veranstalter von "REVOLUTION Austria" am Dienstag in einer Aussendung weiter mitteilten, sei ein Schulstreik "das kräftigste Symbol des Protestes, das wir als Schülerinnen und Schüler haben". Treffpunkt der Streikenden soll um 9.00 Uhr beim Westbahnhof sein.

Bush sei "ein Symbol für Krieg, Besatzung und Folter", heißt es in der Pressemitteilung weiter: "Er verkörpert (das Gefangenenlager) Guantanamo, (das irakische Gefängnis) Abu Ghraib und (das Massaker im irakischen Ort) Haditha." Wien werde "an diesem Tag zu einer Anti-Bush-Stadt werden. (...). Wir repräsentieren mit unserem Streik und der Demonstration die große Mehrheit der Bevölkerung". REVOLUTION Austria nimmt auch an der angekündigten Protestkundgebung gegen Bush teil, die um 17.00 Uhr am Westbahnhof beginnt.

REVOLUTION ist nach Angaben auf ihrer Homepage "eine Jugendorganisation, die für den Sturz des Kapitalismus in Österreich und weltweit durch eine Revolution der Lohnabhängigen und Jugendlichen eintritt". (APA)

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    Elf Demonstranten gegen den mächtigsten Mann der Welt

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