Bombenalarm nervt Anrainer: "Alles Wichtigtuerei der Amerikaner"

21. Juni 2006, 16:10
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Geschäftsleute kamen nicht ins Büro - Ärgerliche "Komödie" - "Die Bomben sind in den Köpfen der Amerikaner"

Nach der Aufregung um drei Bombenattrappen in der Wiener Innenstadt sperrte die Polizei die Gebiete rund um Burgring, Johannesgasse und Franzensbrückenstraße großräumig ab. Anrainer und Geschäftsleute, die den Ring etwa an der Kreuzung Parkring-Schubertring-Johannesgasse überqueren wollten, fanden sich vor rot-weißen Absperrbändern wieder. "Das ist ja eine Komödie", sagte ein Anrainer. Andere gingen mit dem Besuch von US-Präsident Bush härter ins Gericht: "Die Bomben sind in den Köpfen der Amerikaner", sagte Hannes Eder, Pensionist aus Wien.

Genervte Geschäftsleute Gegen 9.00 Uhr war der Entschärfungsdienst eingetroffen. Danach ging für Autos wie Passanten am Ring nichts mehr. Dutzende Beamte riegelten das Gebiet ab. Genervte Geschäftsleute konnten nicht zur Arbeit, Touristen mussten mit Koffern Umwege gehen. Schaulustige waren kaum gekommen. "Das ist doch alles Wichtigtuerei der Amerikaner", meinte der Simmeringer Pensionist. "Ich werde dem Weißen Haus ein E-Mail schreiben, dass wir Bush da nicht brauchen. Die Absperrung "ist natürlich eine Behinderung für alle Arbeitenden - aber bevor etwas passiert, ist das besser", sagte eine ältere Passantin. "Besser als von einer Bombe gesprengt zu werden", meinte auch ein Geschäftsmann. Teils kamen auch wüste Beschimpfungen von Passanten: "Es sind ja alle völlig wahnsinnig", rief ein Radfahrer im Vorbeifahren.

Einsatzkräfte trainiert "Erfreut ist natürlich keiner", sagte ein Verkehrspolizist. "Dass alle Passanten gelassen bleiben, können wir nicht behaupten." Die Einsatzkräfte hätten für solche Fälle jedoch trainiert. Auf die Frage, wie er das Gefahrenpotenzial während des Bush-Besuchs einschätze, antwortete er nur mit "Bush" - da sei alles möglich.

Nach dem Großeinsatz machten vor allem Spekulationen die Runde. Ein Passant meinte, von einer Bombe in der Herrengasse zu wissen. "Ja, da stand ein Koffer mit auf der Straße, da schauten Drähte heraus." Die anwesenden Beamte der Hundestaffel wusste davon nichts, ihr Sprengstoffspürhund hatte bisher rund um die Burg keine weiteren verdächtigen Gegenstände bemerkt. "Wir sind aber wie neun weitere Teams mit Hunden heute und morgen permanent in den gefährdeten Zonen unterwegs," so ein Beamter.

Bekennerschreiben

Auch von einem angeblichen Bekennerschreiben wussten die Beamten nichts. Trotzdem hielt sich vor der Hofburg hartnäckig das Gerücht, dass es ein solches gegeben habe. "Ich habe vorhin mit einem Beamten gesprochen, der sagte, es habe sehr wohl ein Bekennerschreiben gegeben." Das Bekennerschreiben stellt sich als Botschaft in zwei der Koffer heraus: "Gastgeschenk" stand auf dem einen, "Viel Mist - viel Feinde" auf dem anderen. (APA, red)

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