Gift im Essen

29. Jänner 2007, 14:24
1 Posting

Österreichs Senioren machen mobil und wollen auf die Missstände in der Nahrungsmittel­produktion aufmerksam machen

Wien - Der Präsident des Pensionistenverbands Österreichs, Karl Blecha, forderte am Montag bei der Fachtagung "Seniorenwiderstand gegen Gift im Essen" eine Kennzeichnungspflicht, stärkere Kontrollen der Nahrungsmittel und ein Ende der Heuchelei in der industriellen Lebensmittelproduktion. Der Seniorenwiderstand sei eine "Kriegserklärung an die Giftmischer in der globalisierten Lebensmittelindustrie".

Industrielles Obst und Gemüse

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien 80 Prozent der Herzkreislauferkrankungen und über 50 Prozent der Krebserkrankungen auf das Ernährungsverhalten zurückzuführen, so Blecha. "Wir wollen aber lange leben und gesund sterben, deswegen haben wir etwas gegen Gift im Essen", unterstrich der Präsident des Pensionistenverbands; mittlerweile würden Obst und Gemüse hauptsächlich industriell hergestellt - Chemikalien statt natürlicher Stoffe, Genmanipulation und Monokulturen seien "Veränderungen an denen viele Menschen sterben". Sinn des Seniorenwiderstandes sei es "wachzurütteln, aufzuzeigen und anzuzeigen".

Massentierhaltung und Profit

Österreich sei nicht der Feinkostladen Europas, wie die Regierung weismachen will, sondern eher ein "Gemischtwarenhandel für Gift", ärgerte sich Blecha. An die Stelle von natürlichem Kreislauf treten Massentierhaltung und künstliche Produktion, Schuld daran seien "Großagrarier" die "in der kürzest möglichen Zeit, den höchstmöglichen Profit" erreichen wollen.

Pestizidrückstände

Pestizidrückstände finde man immer wieder im Essen, besonders in Obst und Gemüse. "Pestizidcocktails mit bis zu 23 verschiedenen Pestizidrückständen", diese seien krebserregend, nervengiftig und hormonzerstörend, so Blecha.

E-Nummern und Verbraucherschutz

Durch die Harmonisierung in der EU wurden der Verbrauchergesundheitsschutz und die Kontrollen reduziert, dies sei nicht Konsumentenfreundlich und "untolerierbar". Blecha forderte auch die umgehende lesbare Kennzeichnungspflicht von Lebensmittel, denn "was nützt die Kennzeichnung, wenn man sie als Senior nicht lesen kann?" Als Beispiel für gefährlicher Schadstoffe in Lebensmittel nannte Blecha die berühmten "E-Nummern", als Beispiele die Nummer E 541 ein Backtriebmittel, als dessen Folgeschaden Altzheimer benannt wird oder, auch der orange/gelbe Farbstoffe E 110, welcher Gehirntumore fördere.

Senioren im Widerstand

Aus all diesen Gründen sei es an der Zeit, für einen Seniorenwiderstand, um Konsumenten zu warnen, Inhaltsangaben zu prüfen und Heuchelei zu bekämpfen. Dies sei eine "Kriegserklärung an die Giftmischer in der globalisierten Lebensmittelindustrie", so Blecha abschließend.(red)

  • Artikelbild
    foto: daniel acker/bloomberg news
Share if you care.