Fortgesetzter Trend zu kürzeren Arbeitszeiten

7. Juli 2006, 11:50
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Während Norwegen mit 1.360 Stunden aus­kommt, bringen es Südkoreaner auf 2.394 Arbeitseinheiten pro Jahr - Österreich mit 1.636 Stunden seit Jahren konstant im Mittelfeld

Paris/Wien - Obwohl Vollzeit-Arbeitsplätze zunehmend durch Teilzeitjobs ersetzt werden - und dieser Trend ist laut WIFO-Studie in Österreich noch stärker ist als im EU-Durchschnitt - ist die Jahresarbeitszeit pro Beschäftigten in Österreich seit Jahren konstant. 2005 verbrachten die Österreicher im Durchschnitt 1.636 Stunden in der Arbeit und lagen damit etwa im Mittelfeld der Industrieländer, wie aus dem kürzlich veröffentlichten Arbeitsmarktbericht der OECD hervorgeht.

Die meiste Zeit in der Arbeit verbrachten demnach die Griechen mit 2.053 Stunden - tatsächlich dürften aber die Südkoreaner am emsigsten sein: Für sie liegen zwar keine Vorjahresdaten vor, 2004 lagen sie jedoch mit durchschnittlich 2.394 Arbeitsstunden unangefochten an der Spitze.

Schlusslicht ist Norwegen

Unser nördlicher Nachbar Deutschland zählt laut OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zu den Industrieländern mit den kürzesten tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten. Die Zahl der von Beschäftigten jährlich durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden habe in Deutschland von 1.440 im Jahr 2004 auf 1.435 im vergangenen Jahr abgenommen, heißt es. Der Wert für Westdeutschland liegt mit 1.421 sogar noch niedriger. Das Schlusslicht bei der durchschnittlichen jährlichen Arbeitszeit bildete mit 1.360 Stunden Norwegen. Eher kurz (1.367 Stunden pro Jahr) arbeiten auch die Niederländer, Franzosen (1.535 Stunden), Belgier (1.534) und Dänen (1.551).

Gegen den Trend allgemein sinkender Arbeitszeit legten die neuen EU-Mitglieder Tschechien und Slowakei zu: Bei den Slowaken ist der Sprung bei der jährlich geleisteten Arbeitszeit um 56 auf 1.791 Stunden von 2004 auf 2005 besonders augenfällig. Die Tschechen rangieren bei den im Mittel geleisteten Arbeitsstunden mit 2.002 im vergangenen Jahr mittlerweile in der Spitzengruppe, ebenso Polen und Ungarn mit jeweils 1.994 Stunden.

Langfristiger Trend zur kurzen Arbeitszeit

Insgesamt setzte sich der langfristige Trend zu kürzeren Arbeitszeiten in den meisten OECD-Ländern fort: Den aktuellen Zahlen zufolge wiesen fast zwei Drittel der insgesamt 30 Mitgliedstaaten eine rückläufige Zahl an jährlichen Arbeitsstunden auf, knapp ein Drittel der Staaten legte zu.

Die OECD betonte, die Zahlen seien wegen unterschiedlicher Beschäftigungsstrukturen nur teilweise vergleichbar. So müsste etwa die Zahl der jährlichen geleistete Arbeitsstunden der Niederländer mit Vorsicht bewertet werden, da in den Niederlanden relativ viele Menschen Teilzeit arbeiten.

Die OECD-Studie zeigt, dass in 18 Mitgliedsländern die Anzahl der jährlich geleisteten Arbeitsstunden gesunken ist, in 9 Ländern ist sie gestiegen. In den USA wurde 2005 mit durchschnittlich 1.804 Stunden um zwei Monate länger gearbeitet als etwa in Deutschland. Auch die Japaner (1.775) arbeiten jährlich um fast zwei Wochen länger als der Durchschnitt der OECD-Länder. (APA/Reuters)

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    Das Schlusslicht bei der durchschnittlichen jährlichen Arbeitszeit bildete mit 1.360 Stunden Norwegen.

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