Tirol: Sechs Verletzte bei Schulbusunfall

22. Juni 2006, 09:22
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Fünf Kinder und Buslenker verletzt - KfV für Sicherheitsdiskussion: Sitzplatz für jedes Kind

Ampass/Wien - Für fünf Kinder und ihren Schulbuslenker in Tirol endete die Fahrt zumUnterricht Dienstagfrüh im Krankenhaus. Aus noch ungeklärten Gründen krachte ihr Kleinbus auf der Hauptstraße von Ampass nördlich von Innsbruck frontal in einen entgegenkommenden Lkw.

Der Buslenker und das Kind neben ihm wurden schwer verletzt: Durch die Wucht des Aufpralls wurden sie in den Trümmern des Wagens eingeklemmt, die Feuerwehr musste sie mit Schneidbrennern befreien, was über eine Stunde Zeit in Anspruch nahm. Beide Unfallopfer wurden mit einem Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen. Die vier weiteren Kids erlitten leichte Verletzungen, sie konnten in umliegenden Spitälern behandelt werden. Der Lkw-Lenker und sein Beifahrer kamen ohne Blessuren davon.

Diskussion um Sicherheit in Schulbussen

Wären die Schulbusinsassen nicht allesamt angeschnallt gewesen, die Unfallfolgen wären noch viel dramatischer ausgefallen - meldete sich nach dem Crash Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zu Wort. Unfälle wie dieser sollten als Warnung verstanden werden, "die begonnenen Diskussionen um die Sicherheit in Schulbussen nicht wieder einschlafen zu lassen".

Immer noch nämlich - so Thann - würden durchgängige Regeln "für Schulbusse im Gelegenheitsverkehr"fehlen, die in Fahrzeugen mit mehr als neun Sitzen einen eigenen Sitzplatz für jedes Kind zur Norm machen würden. Ohne garantierten eigenen Sitzplatz jedoch könne auch nicht gesichert werden, "dass sich jedes Kind richtig anschnallen kann". Auch müsse man sich weiter Gedanken machen, wie die Ausbildung der Buslenker verbessert werden könne.

Erinnerung an dramatisches Busunglück

Thann erinnerte in diesem Zusammenhang an das Schulbusunglück in Oberösterreich am 29. Mai 2006, bei dem zwei Kinder und die Buslenkerin schwer verletzt worden sind. Der 18-jährige Lenker eines Lieferwagens, der auf einer Landesstraße in Neukirchen (Bezirk Vöcklabruck) wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen und frontal in den Schülertransport hineingedonnert war, starb damals noch an der Unfallstelle. Wie in Neukirchen - so Thann - beweise auch der Unfall in Ampass, wie wichtig richtiges Anschnallen auf dem motorisierten Schulweg sei. (APA, bri, DER STANDARD Printausgabe, 21.06.2006)

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