Spanien setzt sich durch

19. Juni 2006, 23:18
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Iberer gewinnen auch ihr zweites Gruppenspiel - Mit 3:1-Erfolg nach Rückstand gegen Tunesien im Achtelfinale - Raul und Torres trafen

Stuttgart - In fünf Minuten verwandelten Spaniens Fußballer am Montagabend ein 0:1 in eine hochverdiente 2:1-Führung gegen Tunesien um, drückten in der 91. Minute noch ein Elfertor von Torres zum Endstand von 3:1 drauf, verhinderten damit die bisher größte Sensation dieser 18. Weltmeisterschaft und zogen als erste Mannschaft der Gruppe H ins Achtelfinale ein. Deutschland, Ecuador, England, Argentinien, Niederlande, Portugal und Brasilien hatten es schon vorher geschafft.

Überraschende Führung für die Tunesier

Dem überraschenden 0:1 durch Mnari in der achten Minute setzte der große Favorit nach einem wahren Sturmlauf gegen die sich leidenschaftlich und mit fast allen Akteuren verteidigenden Nordafrikaner einen Doppelschlag durch den eingewechselten Raul (71.) und Torres (76.) entgegen.

Nach dem glänzenden 4:0 zum Auftakt gegen die Ukraine hatten die Iberer gegen die Tunesier ihren zweiten Streich programmiert. Doch diesmal lief es nicht so günstig wie gegen Schewtschenko und Co. Statt selbst in Führung zu gehen, lief die Aragones-Elf schon bald lange einem Rückstand nach.

Die Rot-Gelb-Blauen (Startelf wie gegen die Ukraine) übernahmen zwar sofort das Kommando (David Villa knallte in der fünften Minute ins Außennetz), aber das Tor machten die Tunesier. Jaziri setzte sich in der achten Minute auf der rechten Seite gegen Puyol durch, blieb in der Folge gegen drei Spanier am Ball und legte für Mnari auf. Dessen Schuss wurde zwar von Casillas abgewehrt, doch im zweiten Versuch war der "Nürnberger" erfolgreich - 1:0 für die Afrikaner.

Spielerisch viel los bei den Spaniern

Nun rollte Angriff auf Angriff auf das tunesische Tor, mit etlichen Chancen für die Spanier, wobei zwingende aber nur selten dabei waren. Villa (10.), Ramos (15.), Luis Garcia (18./33.), Torres (26./44.) , Xabi Alsonso (40./44.) hatten schon vor der Pause ihre Möglichkeiten, wobei sie teilweise das Tor (meist recht knapp) verfehlten oder an Boumnijel scheiterten bzw. im letzten Moment gestoppt wurden. Ayari wehrte in der 44. Minute einen Kopfball von Xabi Alsono mit dem Kopf auf der Torlinie ab. Die Tunesier begnügten sich mit einigen Kontern, die aber mit einer einzigen Ausnahme (Casillas rettete in der 16. Minute vor Jaziri) nicht sehr gefährlich waren.

Nach Seitenwechsel, Raul und Fabregas waren für Garcia und Senna gekommen, wurde der Druck des Favoriten noch größer, den Tunesien gelang kein einziger Konter mehr. Doch die zahlreichen Schüsse der Spanier, meist aus größerer Entfernung abgefeuert, fanden nicht ihr Ziel. Fabregas (48.), Pernia (52./61.) scheiterten mit Scharfschüssen, einige Kollegen mit schwächeren "Produkten".

Schlussphase brachte Entscheidung

In der 71. Minute wurde endlich der Widerstand des Außenseiters, der aber noch im Rennen um Platz zwei ist, gebrochen. Eine Kombination von Torres mit den drei eingewechselten Akteuren (Joaquin, Fabregas, Raul) führte zum Ausgleich. Der Flachschuss von Fabregas wurde von Boumnijel kurz abgewehrt, Raul war zu Stelle und staubte zum 1:1 ab. Fünf Minuten später setzte Fabregas mit einem Lochpass Torres in Szene und der vollendete souverän und eiskalt zum 2:1.

Die Tunesier waren damit k.o. und das 3:1 fiel fast noch zwangsläufig. Yahia riss Torres knapp vor dem Tor zu Boden und der Gefoulte verwandelte den Penalty etwas glücklich zum Endstand. (APA)

  • Spanien - Tunesien 3:1 (0:1)
    Stuttgart, 52.000 (ausverkauft), SR Carlos Simon (Brasilien):

    Torfolge: 0:1 ( 8.) Mnari, 1:1 (71.) Raul, 2:1 (76.) Torres, 3:1 (91.) Torres (Elfmeter)

    Spanien: Casillas - Ramos, Pablo, Puyol, Pernia - Senna (46. Fabregas), Xabi Alonso, Xavi - Luis Garcia (46. Raul), Torres, Villa (56. Joaquin)

    Tunesien: Boumnijel - Trabelsi, Jaidi, Haggui, Ayari (57. Yahia) - Bouazizi (57. Ghodhbane), Nafti, Namouchi, Mnari, Chedli (80. Guemamdia) - Jaziri

    Gelbe Karten: Puyol, Fabregas bzw. Ayari, Trabelsi, Jaidi, Guemamdia, Jaziri, Mnari

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Toooorres und Raul, Spanien hat kein Stürmerproblem.

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