Rice warnt Pjöngjang eindringlich vor Raketentest

20. Juni 2006, 12:19
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Langstreckenrakete nach US-Angaben bereits betankt

Washington/Seoul - US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Nordkorea am Montag eindringlich vor einem Raketentest gewarnt. Dies wäre eine "sehr ernste Angelegenheit und eine Provokation", sagte Rice mit Bezug auf Geheimdienstberichte, wonach in Nordkorea offenbar der Test einer Langstreckenrakete bevorsteht, die auch die USA erreichen könnte. Die Rakete sei jetzt betankt, verlautete am Montag aus US-Regierungskreisen. Damit sei mit einem Start innerhalb eines Monats zu rechnen.

Offiziell wollte sich der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, nicht zu den Berichten äußern. Er und auch Rice verwiesen darauf, dass sich Nordkorea selbst ein Moratorium für Raketentests auferlegt habe. US-Präsident George W. Bush sei aber sehr besorgt und habe mit mehr als einem Dutzend Staatschefs telefoniert, sagte Snow.

Erhöhter Druck

Zahlreiche Länder erhöhten unterdessen den Druck auf Nordkorea, auf den Test zu verzichten. Japan, die USA, Australien und Neuseeland warnten das Regime in Pjöngjang vor ernsten Konsequenzen, sollte es tatsächlich eine Rakete vom Typ Taepodong-2 abfeuern.

Das nordkoreanische Fernsehen nahm am Montag erstmals Bezug auf die Berichte über einen möglichen Raketentest. Dabei wurde ein russischer Medienartikel zitiert, wonach nicht bewiesen sei, dass Nordkorea über eine Langstreckenrakete verfüge. Das Land habe jedoch das Recht, eine Rakete zu besitzen, die die Spionage-Aktivitäten der USA sofort beenden könne, wurde der Bericht weiter zitiert. Darüber hinaus äußerte sich die nordkoreanische Regierung nicht zu den Spekulationen über einen Raketentest. (APA/AP)

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