Shopping einst und jetzt

7. Juli 2006, 11:50
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Von den Märkten der Antike bis zur Selbstbeweihräucherung der Aldis und Billas - ein Buchtipp

Seine Kulturgeschichte über das Einkaufen beginnt der deutsche Chemieprofessor und Sachbuchautor Georg Schwendt auf den Märkten der griechischen und römischen Antike. Von dort gelangt der Autor zum Wiener Naschmarkt und dem Viktualienmarkt in München - zwei der traditionsreichsten Märkte Europas.

Der Weg vom Markt über den Tante-Emma-Laden zum ausgewachsenen Supermarkt wird in dieser Kulturgeschichte in kurzen Zügen nachgezeichnet: Das erste Selbstbedienungsgeschäft in Europa etwa wurde 1939 in Osnabrück eröffnet - eine Geschäftsidee, die aus den USA stammte, wo bereits 1917 der erste Supermarkt entstanden war. Auch der Einkaufswagen wurde (1937) in den USA erfunden.

Entstehung der Marken

Einen Teil des Buches widmet der Autor bekannten Markenartikeln wie Bahlsen, Haribo, Jacobs, Maggi oder Teekanne und erzählt die Entstehungsgeschichte der Produkte - ein für Interessierte sehr informatives, gut recherchiertes Hintergrundwissen, das sich da auftut. Abbildungen historischer Werbesujets begleiten die Markengeschichten, die allerdings mit dem eigentlichen Buchthema nicht viel zu tun haben.

Schließlich stellt Schwendt die Philosophie der Supermarktketten von Aldi bis Billa vor, die sich aber leider darauf beschränkt, wie die Unternehmen sich selbst sehen - natürlich nur im allerbesten Licht, wie man sich denken kann. (baf, DER STANDARD Printausgabe, 20.06.2006)

Georg Schwedt: Vom Tante- Emma-Laden zum Super- markt.
Eine Kulturgeschich- te des Einkaufens.
Wiley- VCH-Verlag,
Weinheim 2006.
Preis: 24,90 Euro
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