Cargo Partner stärkt Tochter in Prag

7. Juli 2006, 11:57
posten

Österreichische Spedition steckt 9,5 Millionen Euro in Logistikzentrum am Flughafen

Tschechien ist nach vorwiegend europäisch gefärbten Direktinvestitionen verstärkt in den Fokus asiatischer Interessenten geraten. Auch Logistiker reagieren nun darauf. So ist etwa der österreichische Luft- und Seefrachtspezialist Cargo Partner dabei, seine Tschechientochter zu stärken - mittels einer 9,5 Mio.-Euro-Investition in ein Logistikcenter am Flughafen Prag.

Ruf nach Komplettlösungen

Etwas Bauchweh habe er schon, gesteht der Chef von Cargo Partner in Tschechien, Jirí Jelínek, dem STANDARD. Schließlich sei es einfacher, ein Logistikcenter hinzustellen als dieses auszulasten. "Aber wenn wir mit dem Markt Schritt halten wollen, müssen wir das tun." Der Ruf der Kunden nach Komplettlösungen mit entsprechendem Verteilservice nehme zu.

Läuft alles nach Plan, wird mit dem Bau im Herbst begonnen. Für das Familienunternehmen Cargo Partner mit Sitz in Fischamend handelt es sich um die größte Einzelinvestition außerhalb Österreichs.

Nutzen durch Autocluster

Erst kürzlich hat Cargo Partner knapp sieben Millionen Euro in ein Logistikcenter in Bratislava investiert. Dort profitiert die Gruppe in hohem Maß vom Autocluster, der sich in der Region Bratislava und Trnava herausgebildet hat.

Doch Tschechien holt auf. "Das Land war einmal führend in Europa, was Maschinenbau und Textil betrifft. Jetzt scheint man den Anschluss an die goldene Zeit wieder gefunden zu haben", sagte Rosmarie Fujiko Netzer, stellvertretende österreichische Handelsdelegierte in Prag.

Ein Asset sei das gut ausgebildete Personal. Neben den knapp 900 österreichischen Unternehmen, die den tschechischen Markt bearbeiten, seien nun auch Japaner, Koreaner und Chinesen sehr aktiv. Toyota hat zusammen mit Peugeot und Citroën im Mittelböhmischen Kolin eine Autoproduktion aufgezogen. Hyundai will rund eine Mrd. Euro in der Nähe von Ostrau investieren. Darüber hinaus gibt es etwa 160 Betriebe aus Japan, die auf dem Sprung nach Tschechien sind.

Cargo Partner, die nach Abschluss der Arbeiten in Prag über 14.000 m2 Lager- und 1200 m2 Bürofläche verfügen werden, wollen aber auch von den Exporterfolgen tschechischer Firmen profitieren. Jelinek: "Tschechien entwickelt sich immer mehr zu einer Drehscheibe im Ost-West-Verkehr. Das wollen wir nutzen." (DER STANDARD Printausgabe, 20.06.2006)

Günther Strobl aus Prag
  • So wie in der Slowakei, wo die Hyundai- Tochter Kia Autos produziert, will Cargo Partner bald auch in Tschechien Autos und andere Produkte transport- fertig verpacken und an den Empfänger ausliefern
    foto: standard/strobl

    So wie in der Slowakei, wo die Hyundai- Tochter Kia Autos produziert, will Cargo Partner bald auch in Tschechien Autos und andere Produkte transport- fertig verpacken und an den Empfänger ausliefern

Share if you care.