Nahostkonflikt spaltet Anti-Bush-Lager

20. Juni 2006, 15:58
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Zwei Plattformen rufen getrennt zu Protest gegen US-Präsident auf

Dass äußere Feinde einigend wirken können, ist bekannt. Wenn also George W. Bush nach Wien kommt, könnte man getrost davon ausgehen, dass die österreichische Linke vereint zu den Protesten gegen den US-Präsidenten aufruft.

Österreichs Anti-Bush-Lager hat sich allerdings vor dem prominenten Besuch gespalten: Zwei Plattformen, "Bush Go Home"und "Stop Bush", rufen jetzt getrennt zu den am Mittwoch geplanten Kundgebungen auf. Der Grund für die Reibereien: der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. "Es gab Differenzen darüber, ob wir bei den Demo-Aufrufen Palästina erwähnen sollen", sagt Michael Pröbsting, Sprecher von "Bush Go Home".

Die Mehrheit der Gruppen, die gemeinsam "Bush Go Home"bilden, hätte dies gefordert, die Sozialistische Jugend und die KPÖ hätten aber abgelehnt und ihre eigene Plattform - "Stop Bush"- geschaffen. Dieser gehören nun neben den Grünen auch die Österreichische HochschülerInnenschaft an. Zu "Bush Go Home"bekennen sich etwa die Palästinensische Gemeinde, die Sozialistische Linkspartei und die Antiimperialistische Koordination (AIK).

Um einen einheitlichen Ablauf der Demos zu gewährleisten, werde aber "verhandelt", sagt Pröbsting von "Bush Go Home". Differenzen gebe es noch wegen der Rednerliste bei der Schlusskundgebung im Votivpark. Die "Stop Bush"-Plattform lehne es ab, dass Awni al-Kalemji, der laut AIK dem "irakischen Widerstand"nahe steht, bei der Schlusskundgebung spricht. Pröbsting geht trotz der Differenzen von einer Einigung aus: "Es wäre ja in der Tat sehr komisch, würden wir getrennt marschieren". (szi/DER STANDARD, Printausgabe, 20.6.2005)

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