Nun ist er da, der Sommer

21. Juni 2006, 09:28
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Am Mittwoch ist es so weit - Längster Tag des Jahres wird warm, aber gewittrig

Lange haben wir nach dem langen Winter und dem kühlen Frühling auf ihn warten müssen - an diesem Mittwoch um 14.26 Uhr (MESZ) ist es so weit: Der Sommer ist da. Und wie in den vergangenen Tagen wird es ganz ansehnlich warm werden. Bis 28 Grad im Osten und bis 24 im Westen prophezeien uns die Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Allerdings dürften Gewitter am Nachmittag für Abkühlung sorgen.

Damit liegen wir in diesem Jahr über den Durchschnittswerten für einen 21. Juni: Für Wien ist das eine Höchsttemperatur von 24,2 Grad, während Innsbruck nur knapp darunter liegt. Die höchsten Messergebnisse für einen Sommerbeginn brachte in den meisten Landeshauptstädten das Jahr 2000: Wien liegt mit 34,5 Grad an der Spitze, gefolgt von Eisenstadt (34,1). Die niedrigste Höchsttemperatur wurde 1998 in Bregenz mit 31,0 gemessen.

Kalter Sommer 1948

Warm anziehen musste man sich am 21. Juni 1948 in Salzburg, als sich die Quecksilbersäule weigerte, über 12,0 Grad Celsius zu klettern. 1956 verzeichnete Bregenz mit 12,3 den zweitniedrigsten Wert für einen Sommerbeginn. Angesichts solcher Temperaturen sollte man über das Jahr 2006 nicht gleich den Stab brechen.

Auch bei den Badetemperaturen sieht es heuer nicht so schlimm aus: 21 Grad werden vom Millstätter See gemeldet, 19 vom Attersee und sogar 25 vom Neusiedlersee, die am 16. Juni beim Strandbad Podersdorf gemessen wurden. 21 Grad weist bereits der Ossiacher See auf, ebenso wie die Alte Donau in Wien.

Doch zurück zum Mittwoch: Um 14.26 Uhr erreicht die Sonne ihren höchsten Punkt, der längste Tag des Jahres bricht an - und der Sommer beginnt offiziell. Mit zahlreichen Sonnwendfeuern wird in ganz Österreich traditionell gefeiert.

Sonne steht still

Unser Zentralgestirn erreicht bei ihrem scheinbaren jährlichen Lauf an der Himmelskugel seinen höchsten Punkt. Zu Sommerbeginn scheint es, dass die Sonne stillsteht. Drei oder vier Tage um den 21. Juni geht ihre Scheibe an fast den selben Stellen des Horizonts auf und unter, wie ein Pendel, das am Endpunkt seiner Schwingung zum Stillstand kommt.

Obwohl der 21. Juni vom Sonnenstand her eigentlich die Mitte des Sommers darstellt, signalisiert die Sonnenwende im Juni in vielen Kulturen erst den Sommerbeginn. Tatsächlich setzt in den nördlichen Breiten das wirklich heiße Wetter meist erst einige Wochen danach ein. Diese Verzögerung hat ihre Ursache in der Isolierwirkung der Erdoberfläche, die auch dann noch die Kälte des Winters festhält, wenn die Sonnenwärme schon zugenommen hat. (APA)

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    Schön, aber gewittrig wird der längste Tag des Jahres.

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