"Unter den Brettern hellgrünes Gras ..."

19. Juni 2006, 15:07
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Eine Diskussion mit der Politikwissenschafterin und Filmemacherin Karin Berger zu ihrem Film über die Erinnerungen der Romní Ceija Stojka an ihre Zeit als elfjähriges Mädchen im KZ Bergen-Belsen

Do 22. Juni 2006, 12:00 s.t.
Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, Universitätscampus, Spitalgasse 2-4/Hof 1, 1090 Wien

In dem Film "Unter den Brettern hellgrünes Gras" erinnert sich die österreichische Romní Ceija Stojka an ihre Zeit im KZ Bergen- Belsen. Als 11-jähriges Mädchen war sie darin von Jänner bis April 1945 gefangen. Große Teile des Lagers wurden in diesem Zeitraum von der SS nicht mehr versorgt. Die Häftlinge konnten nur überleben, indem sie Gras und Blätter aßen, Feuchtigkeit holten sie von den Tautropfen des Stacheldrahts. Ceijas Stojkas Erzählen in diesem Film ist authentisch und gegenwärtig, ohne Ressentiments und Selbstmitleid. Oft steht es in Gegensatz zu der irreal erscheinenden Szenerie, die sie in Bergen-Belsen umgibt.

Oral-History

Karin Berger diskutiert auf der Basis der gemeinsamen Rezeption von Ausschnitten des Filmes Fragen der Oral-History und ihrer Möglichkeit für die publizistische Gestaltung. Authentizität subjektiven Erinnerns und deren Relevanz für kreative und inhaltliche Entscheidungen im Entstehungsprozess eines Filmes sowie der mögliche Stellenwert der Einbeziehung von Archivmaterial sind dabei zentrale Diskussionspunkte.

Karin Berger ist freiberufliche Univ. Lektorin, Politikwissenschafterin und Regisseurin. Herausgeberin verschiedener Buchpublikationen auf der Basis biografischer Interviews. Seit den frühen 1980er Jahren beschäftigt sie sich mit der Verbindung von Oral History mit Literatur bzw. Film. Die ersten auf Basis von Oral History - gemeinsam mit einer Projektgruppe - herausgegebenen Werke sind "Der Himmel ist blau. Kann sein." (Promedia 1985) bzw. der Film "Küchengespräche mit Rebellinnen" über den Widerstand österreichischer Frauen gegen den Nationalsozialismus.

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