Allein Konzession für Mediziner-Test kostete 60.000 Euro

20. Oktober 2006, 10:17
14 Postings

Gesamtkosten nicht bekannt - Innsbruck: 120 Auf­sichts­personen und ein Wachdienst sollen den reibungslosen Ablauf gewährleisten

Innsbruck - Neben Wien laufen auch in Innsbruck seit Monaten die Vorbereitungen für den Eignungstest Medizin Studium (EMS) auf Hochtouren, hat Vizerektor für Lehre und Studienangelegenheiten, Manfred Dierich, am Montag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt. Sechs Messehallen wurden für die 2.200 Kandidatinnen gemietet, die um insgesamt 400 Studienplätze für das Jahr 06/07 an der Innsbrucker Medizin-Universität kämpfen.

120 Aufsichtspersonen und ein Wachdienst sollen den reibungslosen Ablauf am Prüfungstag garantieren. Die Gesamtkosten für das aus der Schweiz importierte Auswahlverfahren wollte der Vizerektor noch nicht nennen. Allein die Konzession für den Test habe 60.000 Euro gekostet.

"Großes Unterfangen"

Das "große Unterfangen" werde in Innsbruck, Wien und in der Schweiz zeitgleich stattfinden, erklärte Dierich. Die Bewerber sollen in Gruppen zu je 45 Personen eingeteilt werden. Unter der "kritischen Aufsicht der Schweizer", die seit acht Jahren nach diesem Eignungstest ihre Studierenden auswählen würden, sei der Tag "strategisch im Detail durchorganisiert". Test- und Sektorenleiter, ihre Stellvertreter und Assistenten würden in den Hallen für Ruhe und Ordnung sorgen.

"Diese Größenordnung ist in Innsbruck ein Novum. Es ist auch denkbar, dass es eine einmalige Geschichte wird. Im Herbst wissen wir mehr", meinte er. Ab 20. Juli könne mit der Ergebnisveröffentlichung gerechnet werden. In der Schweiz würden von jedem Kandidaten 200 Franken für die Kosten des Tests eingehoben. "In Österreich haben wir auch daran gedacht 20 bis 50 Euro von jedem Bewerber zu kassieren, aber das war nicht diskutierbar und wurde sofort abgelehnt", sagte Dierich.

Da der Europäische Gerichtshof die ursprüngliche Regelung des Zugangs zu österreichischen Universitäten im Juli 2005 als europarechtswidrig qualifiziert hatte, gilt ab dem kommenden Studienjahr eine Quotenregelung für das Medizin-Studium: 75 Prozent der Studienplätze sind für Bewerber mit österreichischer Matura reserviert, 20 Prozent für Interessenten mit Reifezeugnis aus einem anderen EU-Land und fünf Prozent für Bewerber mit Reifezeugnis aus Nicht-EU-Staaten. Südtiroler, Liechtensteiner und Luxemburger gelten dabei als Österreicher. (APA)

    <p>Den stolzen Preis von 60.000 Euro mussten die Medizin-Unis Wien und Innsbruck für die Konzession des Mediziner-Tests bezahlen, dem sich am 7. Juli zum ersten Mal die AnwärterInnen auf ein Medizinstudium an den beiden Unis stellen. </p>
Share if you care.