Medizin-Uni Wien mietet Halle im Messegelände an

7. Juli 2006, 14:10
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Medizin-Eignungstest: 16.000 m2-Halle für 3.429 Interessenten in Wien - Sechs Stunden Zeit für 198 Aufgaben - Prüfung am 7. Juli

Wien - Vor enorme organisatorische Herausforderungen stellt der erstmals durchgeführte "Eignungstest für das Medizinstudium" (EMS) die Medizinische Universität Wien (MUW). Am 7. Juli werden sich 3.429 Interessenten in Wien dem Test stellen, der über die Vergabe von 740 Studienplätze im kommenden Herbst entscheidet. Dafür hat die MUW die 16.000 Quadratmeter große Halle A am Messegelände Wien angemietet, 110 Aufsichtspersonen sollen für den korrekten Ablauf sorgen.

Anlass für die Einführung des Tests war das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) über die österreichische Uni-Zugangsregelung im Vorjahr und der darauf folgende starke Andrang von deutschen Studienwerbern vor allem in Medizin. In Folge hat der Nationalrat Anfang März die neue "Quotenregelung" für das Medizin-Studium beschlossen. Demnach stehen 75 Prozent der Studienplätze Bewerbern mit österreichischem Maturazeugnis zur Verfügung, 20 Prozent für solche aus anderen EU-Ländern und fünf Prozent aus anderen Staaten. Von den 3.429 Bewerbern in Wien kommen 62 Prozent (2.123 Personen) aus Österreich, 31 Prozent (1.070) aus Deutschland, 65 Personen aus anderen EU-Staaten und 119 (3,5 Prozent) aus Nicht-EU-Ländern.

Wien und Innsbruck selektieren mit EMS

Von den drei österreichischen Medizin-Unis haben sich nur die Wiener und die Innsbrucker für den EMS entschieden, diese beiden führen den Test - zeitgleich auch mit den Schweizer Unis - am 7. Juli durch. Die Medizin-Uni Graz setzt dagegen auf einen Wissenstest über Grundlagenfächer wie Chemie und Physik auf Maturaniveau am 1. September. Um Doppelanmeldungen zu vermeiden, müssen sich die bisher rund 1.500 Grazer Studienbewerber am 7. Juli persönlich an der Medizin-Uni Graz anmelden.

Der Test in Wien findet von 9.30 bis 17.00 Uhr statt, Einlass ist ab 8.00 Uhr, Mittagspause von 13.00 bis 14.00 Uhr. Für die Sicherheit der Veranstaltung sorgen zehn Personen eines privaten Sicherheitsdienstes, für die gesundheitliche Versorgung ein Arzt und Sanitätspersonal. Der Test wird auf Papier durchgeführt, die Antworten zu den 198 Aufgaben werden eingescannt und per Computer ausgewertet. Um eine Wiederverwertbarkeit der Testfragen zu vermeiden, dürfen diese den Prüfungsort nicht verlassen.

Die Kosten des EMS pro Teilnehmer gibt die MUW mit rund 100 Euro an, sie werden von der Uni getragen. Sie setzen sich aus der Lizenzgebühr für die Nutzung des vom Schweizer "Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik" entwickelten Tests, die Anmietung der Räumlichkeiten und der notwendigen Infrastruktur, den Druck der Testunterlagen, deren Auswertung und die Personalkosten zusammen.

Der EMS ist kein Wissenstest, sondern soll die Eignung für das medizinisch-naturwissenschaftliche Studium prüfen. Dabei werden verschiedene relevante Studien-Fähigkeiten wie medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Umgang mit Zahlen, Einheiten und Formeln, Textverständnis etc. getestet.

Die Ergebnisse des Tests stehen Ende Juli fest, die Studienzulassung der 740 Bestgereihten erfolgt ab 1. August. Es gibt die Möglichkeit, bis zu 20 Tage nach Bekanntgabe des Ergebnisses Einspruch zu erheben.

Sollte man trotz guten Testergebnisses keinen Platz an seiner Wunsch-Uni ergattert haben, gibt es noch eine kleine Chance: Entweder man tritt mit diesem Ergebnis im kommenden Jahr noch einmal an und hofft, dass es dann für einen Studienplatz reicht. Oder an der jeweils anderen Medizin-Uni - also Wien bzw. Innsbruck - bleibt im jeweiligen Kontingent (also Österreicher, EU-Bürger, etc.) noch ein Platz frei und das eigene Testergebnis reicht für den Studienplatz dort. (APA)

    <p>Wo noch vor wenigen Wochen die Staats- und Regierungschefs beim EU-Lateinamerika- Gipfel tagten, soll Anfang Juli der Eingungstest für Medizinstudierende stattfinden. </p>
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