ORF-Kommission "nicht akzeptabel"

26. Juli 2006, 12:22
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Belegschaft verweigert wegen ge­planter Be­setzung Teilnahme an Untersuchung - Spera: Nominierter "enger per­sönlicher Freund" Mücks

ORF-Generaldirektorin Monika Lindner hält trotz massiver Proteste von Belegschaft und Stiftungsräten an der Besetzung der Untersuchung gegen TV-Chefredakteur Werner Mück fest. Das sagte Lindner bei der Aussprache mit Getreuen und Kritikern. Redakteursrat, TV-Betriebsrat und "ZiB"-Redakteure verweigern wegen der Besetzung ihre Teilnahme. Eine weitere Sondersitzung des Stiftungsrates dazu wird überlegt.

Einer der Nominierten sei "enger persönlicher Freund" Mücks

"ZiB"-Redakteurssprecherin Danielle Spera begründete am Runden Tisch, warum Nominierte für die Personalvertreter "nicht akzeptabel" sind: Einer der Nominierten sei "enger persönlicher Freund" Mücks. Der ORF-Personalchef sei hier "offensichtlich unvereinbar", weil für Karrieren und etwaige arbeitsrechtliche Konsequenzen zuständig. Und: Der Stiftungsrat habe in der Debatte einen Vertreter des Zentralbetriebsrats "ausdrücklich abgelehnt".

Vertraute Mücks und Lindners stellen die Mehrheit in der Kommission. Der bürgerliche Zentralbetriebsratschef Heinz Fiedler lässt sich dort von Roland Schmidl vertreten – dem Stellvertreter Mücks in der TV-Chefredaktion. Schmidl hat wie Fiedler im Stiftungsrat gegen die Untersuchung gestimmt und sie ein "Femegericht" genannt.

Lindner: Kommission arbeite "unabhängig und weisungsfrei"

Lindner weist Befangenheit "entschieden" zurück, die Kommission arbeite "unabhängig und weisungsfrei". Sie will heute einen "ehrenwerten" Vorsitzenden dafür nennen; Stiftungsrat Karl Krammer (SP) Außenstehende für die Kommission vorschlagen.

Qualitätsverlust, "Kränkung des Bildungsbürgertums" beklagte Peter Huemer (SOS ORF). Lindner verspricht Abhilfe mit einem gebührenfinanzierten Spartenkanal für Info Bildung, Kultur, so der Gesetzgeber ihn erlaubt. Stiftungsratschef Klaus Pekarek sprach sich am Runden Tisch gegen die seit 2001 offene Abstimmung in dem Gremium bei der Generalswahl aus. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 20.6.2006)

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    Danielle Spera und Generaldirektorin Monika Lindner vor Beginn eines Runden Tisches zur ORF-Debatte.

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