Österreichs Institute im Ausland weiter stark

7. Juli 2006, 11:41
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OeNB: Vor allem das Geschäft außerhalb der Grenzen ließ im Vorjahr die Bilanzsumme der Banken auf 758,4 Milliarden Euro wachsen

Wien - Das Wachstum der in Österreich tätigen Kreditinstitute setzt sich auch 2006 fort. Im ersten Quartal 2006 wuchs die Bilanzsumme um 4,6 Prozent auf 758,4 Mrd. Euro. Dafür war im Wesentlichen das Geschäft mit dem Ausland verantwortlich, denn das Kredit- und das Einlagengeschäft expandierte mit jeweils rund einem Prozent nur geringfügig, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Montag in einer Aussendung mit.

In den ersten drei Monaten stieg die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich tätigen Kreditinstitute um 4,6 Prozent oder 33,38 Mrd. Euro auf 758,43 Mrd. Euro. Im selben Beobachtungszeitraum 2005 lag die Wachstumsrate bei 3,9 Prozent oder plus 25,22 Mrd. Euro.

Der Marktanteil der zehn größten Banken stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,8 Prozentpunkte leicht und erreichte ein Niveau von 57,0 Prozent.

Auslandsforderungen plus 10,5 Prozent

Bedingt durch ein reges Geschäft mit ausländischen Kreditinstituten stiegen die Auslandsforderungen gegenüber dem Jahresende 2005 um 10,5 Prozent und die Auslandsverbindlichkeiten um 9,6 Prozent. Der Anteil des Auslandsgeschäftes gemessen an der Bilanzsumme lag am Ende des ersten Quartals auf der Aktivseite bei 35,8 Prozent und auf der Passivseite bei 33,9 Prozent.

Das Kreditgeschäft mit inländischen Nichtbanken zeigte gegenüber dem Jahresende eine leichte Steigerung von 1,0 Prozent bzw. 2,52 Mrd. Euro. Dieser Anstieg wurde vollständig durch den 1,3-prozentigen Zuwachs (+2,68 Mrd. Euro) im Euro-Kreditgeschäft hervorgerufen. Der Euro-Gegenwert der Ausleihungen in Fremdwährungen stagnierte - der Euro wertete im ersten Quartal gegenüber dem Schweizer Franken um über 1,5 Prozent auf.

Am Quartalsende konnte ein Gesamtstand der Direktkredite von 265,81 Mrd. Euro ausgewiesen werden. Diese Entwicklung bewirkte, dass der Anteil der Fremdwährungskredite im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozentpunkte auf 19,9 Prozent zurückging.

Durchschnittlicher Fremdwährungskredit um 139.000 Euro

Nach Größenklassen gegliedert, befanden sich zum 31. März rund 72 Prozent aller Euro-Kredite im Bereich bis 10.000 Euro (inklusive Überziehungen bei Girokonten). Ein Eurokredit belief sich auf durchschnittlich 35.175 Euro. Die meisten Fremdwährungskredite (34 Prozent) befanden sich hingegen im Segment zwischen 100.000 und 500.000 Euro. Im Durchschnitt lautete ein Fremdwährungskredit auf rund 139.000 Euro.

Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich tätigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2005 in Summe um 0,9 Prozent oder 1,89 Mrd. Euro auf 222,65 Mrd. Euro leicht zu. Im ersten Quartal des Vorjahres belief sich der Zuwachs noch auf 1,2 Prozent oder 2,5 Mrd. Euro. Bei den Einlagen wurde fast ausschließlich (98,3 Prozent) in Euro veranlagt.

Der unkonsolidierte Eigenmittelstand stieg mit Quartalsende auf 57,26 Mrd. Euro. Mit 39,41 Mrd. Euro entfielen rund zwei Drittel der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (capital ratio) betrug 15,5 Prozent. Die Mindestausstattung liegt laut Bankwesengesetz bei 8 Prozent. (APA)

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