Ahmadinejad will im Atomstreit "Vernunft" walten lassen

19. Juni 2006, 17:40
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Präsident beharrt aber weiter auf Dialog "ohne Vorbedingungen und zwischen gleichberechtigten Partnern"

Teheran - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat am Montag angekündigt, sein Land werde im Atomstreit "Vernunft" walten lassen. Politische Beobachter sahen in seiner Wortwahl ein Signal für eine neue Flexibilität in der bisher unnachgiebigen Haltung Teherans. "Wir werden die (Atom-)rechte der iranischen Nation entschieden und mit Nachdruck sowie mit Vernunft und Umsicht verteidigen", sagte der iranische Präsident dem staatlichen Fernsehsender IRIB.

Ahmadinejad bekräftigte, dass sein Land das jüngste westliche Angebot zur Beilegung des Konflikts begrüße und dies als "Schritt nach vorne" sehe. Gleichzeitig betonte er, die Führung in Teheran werde einen Dialog nur dann akzeptieren, wenn er ohne Vorbedingungen und zwischen gleichberechtigten Partnern stattfinde. Das Angebotspaket werde derzeit noch eingehend geprüft. Der Iran werde darauf zu gegebener Zeit reagieren, sagte er ohne ein genaues Datum zu nennen.

Gegenvorschlag erwartet

Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki hatte am Samstag erneut bekräftigt, sein Land wolle im Atomstreit einen Gegenvorschlag vorlegen. Beobachter gehen davon aus, dass der Iran den Westen darin ersuchen wird, von seiner bisherigen Forderung nach einem umfassenden Stopp des iranischen Urananreicherungsprogramms abzurücken.

Dieses Programm steht im Zentrum des Streits, da angereichertes Uran nicht nur für zivile Zwecke, sondern auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden kann. Der Iran hat stets versichert, sein Atomprogramm diene ausschließlich der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Der Westen verdächtigt den Iran jedoch, heimlich den Bau von Atomwaffen zu verfolgen. (APA/dpa)

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