Dienstag: Polen gegen die Rote Laterne

20. Juni 2006, 15:40
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Gegner am Dienstag: Costa Rica - Verband der Zentralamerikaner lehnte Rücktrittsangebot des Teamchefs ab

Wien/Hannover - Costa Rica gegen Polen interessiert nur mehr die Beteiligten, die Zuschauer, die für dieses zur Gruppe A zählende Fußball-WM-Spiel am Dienstag in Hannover Karten haben, und die Statistiker. Mit dem Schlusspfiff ist für beide Teams das Turnier in Deutschland Geschichte, daher geht es um einen ehrenvollen Abschied. Die Mittelamerikaner und die Polen wollen im dritten Anlauf endlich Punkte und spielen gegen die "Rote Laterne".

Diese haben nach dem 2:4 gegen Deutschland und dem 0:3 gegen Ecuador die Zentralamerikaner inne, daher würde den Polen nach dem 0:2 gegen die Südamerikaner und dem 0:1 gegen den WM-Gastgeber schon ein Remis genügen. Daher werden da wie dort die Teamchefs nicht mit ihren so genannten zweiten Garnituren antreten. Zumal auch Pawel Janas Job als polnischer Teamchef auf dem Spiel steht. Für welche Elf er sich entscheiden wird, ist noch sein Geheimnis.

"Wir haben im Training einige Varianten geübt. Wir wissen selbst noch nicht, wer spielen wird, es ist alles offen", meinte Stürmer Maciej Zurawski von Celtic Glasgow. Fix ist nur, dass Radoslaw Sobolewski, ein Nebenmann des Austrianers Arek Radomski im Mittelfeld, fehlen wird. Der Spieler von Wisla Krakau hatte im Finish gegen die Deutschen die Gelb-Rote Karte gesehen und ist gesperrt. Die Costaricaner dürften hingegen trotz des klaren 0:3 gegen Ecuador keine Änderungen in der Aufstellung vornehmen.

"Wir haben schlecht gespielt. Daher ist es jetzt eine Herausforderung, uns von der besseren Seite zu präsentierten. Es wird für beide Mannschaften hart, weil keiner will als Gruppen-Letzter nach Hause fahren", sagte Teamchef Alexandre Guimaraes, dessen Rücktrittsangebot abgelehnt wurde. "Wir wollen Guimaraes in seinem Job behalten", erklärte Jose Joaquin Aguilar, Präsidiumsmitglied des nationalen Verbandes, in der costaricanischen Hauptstadt San Jose.

Der Teamchef hatte nach dem 0:3 am Donnerstag gegen Ecuador gesagt, dass er seinen Platz räumen werde, wenn der Verband diesen Schritt wünsche. Der in Brasilien geborene Coach der Ticos hatte erst vor vier Wochen einen bis 2010 gültigen Vertrag unterschrieben. Allerdings wächst trotz der Rückendeckung von Seiten des Verbandes der Druck auf Guimaraes. Medien und Fans in der Heimat fordern seine Ablöse, sollte auch das letzte Spiel verloren gehen.

Um eine erneute Niederlage zu verhindern, will der Trainer keinen seiner Spieler schonen und seine beste Elf aufbieten. Deshalb wird auch der 30-jährige Starstürmer Paulo Wanchope, der die bisher einzigen WM-Tore in Deutschland (gegen die Hausherren) erzielt hat, mit von der Abschiedspartie sein. Der Rekord-Torschütze seiner Heimat hat bisher 71 Länderspiele absolviert und dabei 45 Tor erzielt.(APA/Reuters)

  • COSTA RICA - POLEN (Hannoveraner Stadion, 16 Uhr, Schiedsrichter: Shamsul Maidon/Singapur):

    Costa Rica: 18 Porras - 15 Wallace, 3 Marin, 4 Umana - 12 Gonzalez, 8 Solis, 10 Centano, 20 Sequeira, 6 Fonseca - 11 Gomez, 9 Wanchope Es fehlt: Martinez (Knieverletzung)

    Polen: 1 Boruc - 4 Baszczynski, 6 Bak, 19 Bosacki, 14 Zewlakow - 21 Jelen, 16 Radomski, 10 Szymkowiak, 8 Krzynowek - 15 Smolarek, 11 Rasiak oder 9 Zurawski Es fehlt: Sobolewski (gesperrt)

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