Fristlose Kündigung wegen sexueller Belästigung in Deutschland

8. Juni 2000, 21:58

Ein Klaps auf den Po einer Mitarbeiterin oder ein Kuss genügen

Chemnitz - Ein Klaps auf den Po einer Mitarbeiterin oder ein Kuss reichen aus für eine fristlose Kündigung wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Laut einem am Donnerstag bekannt gewordenen Urteil des Landesarbeitsgerichts Chemnitz müssen für eine fristlose Kündigung nicht zwingend die Merkmale einer sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz im Sinne des Beschäftigungsschutzgesetzes erfüllt sein. Es genüge bereits, wenn der Tatbestand den Merkmalen nahe komme oder einen entsprechenden Bezug habe, entschied die 2. Kammer des Landesarbeitsgerichts.

Ein Rettungsassistent des Deutschen Roten Kreuzes in Bautzen war fristlos entlassen worden, nachdem sich zwei Praktikantinnen über ihn beschwert hatten. Nach ihren Aussagen habe ihnen der Mann mehrfach an den Po gegriffen. Eine der jungen Frauen habe er sogar geküsst. Der Rettungsassistent hatte gegen die fristlose Kündigung geklagt und vor dem Arbeitsgericht Bautzen zunächst Recht bekommen. In der Berufungsverhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Chemnitz unterlag er jedoch. Das Urteil ist nicht anfechtbar. (APA/dpa)

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