Arcelor sagt außerordentliche Hauptversammlung ab

26. Juni 2006, 07:59
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Wegen laufender Gespräche mit Mittal Steel

Luxemburg - Der vom Branchenprimus Mittal Steel umworbene Stahlkonzern Arcelor hat seine ursprünglich für diesen Mittwoch geplante außerordentliche Hauptversammlung abgesagt. Als Grund nannte Arcelor am Montagabend die derzeit laufenden Gespräche mit Mittal Steel. Außerdem sollten mögliche künftige Lösungen für Arcelors Zukunft nicht beeinträchtigt werden.

Die Führungsspitze behalte sich aber weiter das Recht vor, an die Arcelor-Aktionäre 6,5 Milliarden Euro auszuteilen, betonte der in Luxemburg ansässige Stahlkocher. Eine außerordentliche Hauptversammlung sei zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Aktienrückkaufprogramm

Arcelor wollte sich auf der Sonder-Hauptversammlung am 21. Juni ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm genehmigen lassen, um sich gegen die 25,8 Milliarden Euro schwere Übernahme durch Mittal Steel zu wehren. Die französische Wirtschaftszeitung "Le Figaro" hatte gemeldet, anstelle eines Aktienrückkaufs könnte Arcelor insgesamt 6,5 Milliarden Euro für eine Sonderdividende bereitstellen. Arcelor bevorzugt einen Zusammenschluss mit dem russischen Stahlkocher Severstal. Einige Aktionäre kritisieren aber dieses Vorhaben.

Die Holding des französisch-polnischen Geschäftsmannes Romain Zaleski, der gegen den Aktienrückkauf ist, hat ihren Anteil an Arcelor aufgestockt und ist nun größte Aktionärin. Die Holding Carlo Tassara halte nun 7,4 Prozent statt bisher 4,5 Prozent an Arcelor, wie aus einem bei der französischen Börsenaufsicht eingereichten Schreiben hervorgeht. Eine weitere Erhöhung sei möglich. Zaleski hatte bereits angekündigt, bei der Hauptversammlung gegen den Aktienrückkauf zu stimmen. Zweitgrößter Arcelor-Aktionär ist der luxemburgische Staat mit einem Anteil von 5,6 Prozent. (APA/dpa)

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