Handymastenabbau beginnt

17. Juli 2006, 11:27
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In Umsetzung des Mobilfunkpaktes werden in Niederösterreich nun die ersten Handymasten in Lanzenkirchen und Oed abgebaut

St. Pölten - In Umsetzung des Mobilfunkpaktes werden in Niederösterreich nun die ersten Handymasten abgebaut, berichten die NÖN (Niederösterreichische Nachrichten) in ihrer aktuellen Ausgabe. Man beginne "zu ernten, was nach einem harten Konflikt mit den Telekommunikations-Unternehmen erfolgreich für Niederösterreich ausverhandelt wurde", zeigte sich Landeshauptmann Erwin Pröll zufrieden.

Die Handymastensteuer

Die im vergangenen Juni beschlossene niederösterreichische "Handymastensteuer" hatte monatelang für Diskussionen gesorgt. Im Herbst 2005 einigten sich die Betreiber mit Pröll darauf, Anlagen abzubauen und Sendemasten künftig zu 80 Prozent mehrfach zu nutzen. Damit sollte auch gewährleistet werden, dass dem Bundesland durch das kommende UMTS-Netz hunderte neue Masten erspart bleiben. In der Folge hob der NÖ Landtag die Sendeanlagenabgabe, die mit Jahresbeginn in Kraft getreten wäre, wieder auf.

Drei Monate

Der Wochenzeitung zufolge startet der Mastenabbau in Lanzenkirchen im Industrieviertel und in Oed im Mostviertel. Die Arbeiten werden jeweils rund drei Monate dauern. VPNÖ-Klubobmann Klaus Schneeberger, der die eingesetzte Arbeitsgruppe als Kontrollorgan begleitet, betonte, dass die Strahlung auch nach der Zusammenlegung von Anlagen im Rahmen der Vorgaben bleibe.

Mobilfunker: Keine 80-Prozent-Zusammenlegung

Das Forum Mobilkommunikation (FMK), die Interessensvereinigung der Mobilfunkbetreiber, stellte allerdings am Montag in einer Aussendung klar, dass keinesfalls geplant sei, 80 Prozent aller Handymasten zusammenzulegen. Im heute vorgestellten "Site-Sharing-Bericht" des FMK heißt es: "Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass angeblich 80 Prozent aller Mobilfunkstandorte künftig gemeinsam genutzt werden sollen. Richtig ist aber, dass sich das 80 Prozent Ziel nur auf neu zu errichtende freistehende Masten bezieht. FMK-Geschäftsführer Thomas Barmüller dazu: "Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, da es ja auch viele Mobilfunkanlagen auf Häusern gibt, die nicht auf Masten montiert werden."

Ebenso enthalte kein Mobilfunkpakt ein Verbot für Standorte in der Nähe von Schulen und Kindergärten. In allen Mobilfunkpakten sei aber festgehalten, dass Ausbaumaßnahmen in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen und Spitälern sensibel zu behandeln sind, so das FMK.

Keine Verbilligungen

Bereits in der Vergangenheit hatten die Mobilfunkbetreiber klargestellt, dass es durch die Mastenzusammenlegung in Niederösterreich zu keinen Verbilligungen für die Niederösterreicher kommen werde. Eine entsprechende Zusage habe es nie gegeben.

Ursprünglich hatte die niederösterreichische Landesregierung angekündigt, dass bis Ende März feststehen soll, welche Masten abmontiert bzw. zusammengelegt werden. Anfang April hatte es allerdings noch keine Mastenzusammenlegung gegeben, hieß es damals auf APA-Anfrage. Die Mobilfunker sprachen davon, dass es im Sommer 2006 erste konkrete Planungsergebnisse geben werde. (APA)

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