Südkorea lässt Frankreich zittern

19. Juni 2006, 10:54
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Später Ausgleich der Asiaten gegen Zidane & Co bringt gute Chancen aufs Achtelfinale - Frankreichs Zehn fehlt bei der Entscheidung

Leipzig - Frankreichs Auswahl droht bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland wie vor vier Jahren das frühzeitige Aus. Die Equipe Tricolore kam am Sonntagabend in Leipzig gegen Südkorea, nachdem sie zwar einem mäßigen, aber gegen die bis dahin harmlosen Koreaner auch ungefährdeten 1:0-Sieg entgegensteuert war, gegen die Asiaten durch den unerwarteten Ausgleich von Park in der 81. Minute aber nicht über ein 1:1 hinaus.

Tor brachte Frankreich keinen Erfolg

Damit hat der Halbfinalist von 2002, der zum Auftakt Togo mit 2:1 bezwungen hatte, bereits vier Punkte auf dem Konto, die Franzosen, die in der Schlussrunde noch ohne ihren gelb-gesperrten Superstar Zinedine Zidane auf die Afrikaner treffen, halten hingegen nur bei zwei Zählern. Am Montag könnten sie von den Schweizern oder auch von den Westafrikanern, die in Dortmund spielen, überholt werden.

Endlich. Nach vier WM-Spielen ohne Torerfolg (2002 0:1 Senegal, 0:0 Uruguay, 0:2 Dänemark, 2006 0:0 Schweiz) traf der Fußball-Weltmeister von 1998 endlich wieder. Arsenal-Torjäger Thierry Henry schoss bereits in der neunten Minute nach Zufallsvorlage von Wiltord das sehnsüchtig erwartete Tor.

Die Franzosen zeigten sich im Vergleich zum torlosen Treffen mit der Schweiz weit ambitionierter. Sie beherrschten den Gegner lange Zeit, ohne allerdings zu brillieren. Dass es bei dem einen Tor für den Favoriten blieb, war auch dem mexikanischen Schiedsrichter bzw. dessen Assistenten zuzuschreiben, verweigerte der Referee den "Trikolores" doch in der 31. Minute ein reguläres Tor. Der Kopfball von Vieira nach Ecke von Zidane wurde nämlich von Koreas Keeper Lee Woon-Jae eindeutig hinter der Linie abgewehrt.

Keine Chancen der Koreaner

Echte Chancen gab es bis zur Schlussphase eigentlich nur für die "Blauen". So vor der Pause durch Wiltord (7./Lee Woon-jae reagierte glänzend) und Henry (28./der in extremis von Lee Young gestoppt wurde). Nach Seitenwechsel verfehlte Wiltord das Tor knapp (53.), scheiterten Sagnol nach einem sehenswerten Solo an Kim Young-chul, den er am angelegten Arm anschoss (63.), und Henry (nach Vorlage von Zidane Lee Wooon-jae/85.). Dazu kamen noch einige unpräzise Fernschüsse von u.a. Malouda, der beim 0:0 gegen die Eidgenossen krankheitsbedingt gefehlt hatte, diesmal aber vom Beginn an Ribery vorgezogen wurde.

Die Südkoreaner waren eifrig, bemüht, auch konditionsstark, doch im Grunde bis zur 81. Minute chancenlos, vermochten Barthez bis dahin überhaupt nicht zu gefährden. Ihre bemerkenswertesten Szenen zunächst waren zufällige. In der 22. Minute gab es eine etwas verunglückte Kopfball-Rückgabe von Galles (der Ball passierte zwar Barthez, aber auch das Tor) und in der 37. Minute sorgte ein vor das Gehäuse getretener Freistoß von Lee Chun-soo (Freund und Feind beobachteten, wie das Leder am langen Eck vorbeiflog).

Passivität wurde bestraft

Das war alles bis zur 80. Minute, als sie noch relativ harmlos vor dem Franzosen-Tor auftauchten. In der 81. Minute war es dann soweit. Cho Jae-jin köpfelte eine Flanke zur Mitte und Park Ji-sung leitete den Ball aus kurzer Distanz über den schlecht reagierenden Barthez hinweg ins Tor, wo er geradezu über die Linie "tröpfelte". (APA)

  • Frankreich - Südkorea 1:1 (1:0)
    Leipzig, 43.000 Zuschauer (ausverkauft), Schiedsrichter Benito Archundia (MEX).

    Torfolge: 1:0 ( 9.) Henry, 1:1 (82.) Park Ji-sung

    Frankreich: Barthez - Sagnol, Thuram, Gallas, Abidal - Vieira, Makelele - Wiltord (60. Ribery), Zidane (91. Trezeguet) - Malouda (88. Dhorasoo), Henry

    Südkorea: Lee Woon-Jae - Choi Jin-Cheul, Kim Young-Chul, Kim Dong-Jin, Lee Young-Pyo - Kim Nam-Il, Lee Ho (69. Seo Kim Sang-sik), Lee Eul-Yong (46. Seol Ki-Hyeon), Park Ji-Sung - Lee Chun-Soo (72. Ahn Jung-Hwan), Cho Jae-Jin

    Gelbe Karten: Abidal, Zidane (beide für das Match gegen Togo gesperrt) bzw. Lee Hoo, Kim Dong-jin

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Ji Sung Park, tätig bei Manchester Unites, lässt die Equipe Tricolore zittern. Jubel nach dem Ausgleich.

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