Wiener Comic-Autor Nicolas Mahler preisgekrönt

27. Juni 2006, 12:02
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Max-und Moritz-Preis für "Das Unbehagen" beim 12. Internationalen Comic-Salon in Erlangen

Erlangen - Der Wiener Zeichner Nicolas Mahler hat mit seinem Band "Das Unbehagen" beim 12. Internationalen Comic-Salon in Erlangen den Max-und Moritz-Preis für den besten deutschsprachigen Comic gewonnen. Als bester deutschsprachiger Comic-Künstler wurde der Zeichner Volker Reiche ausgezeichnet. Dies teilte das Festivalbüro am Sonntag mit. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert. Die Max-und Moritz-Preise gelten als die wichtigsten Auszeichnungen in der deutschsprachigen Comic-Landschaft.

Mahler hat sich in Österreich unter anderem mit seinen Cartoons für die "Auto-Revue" und "Die Presse" einen Namen gemacht hat und wurde 1999 mit dem Siegfried Marcus-Preis des ÖAMTC prämiert. Er sei ein "künstlerischer, bisweilen poetischer Minimalist des Zeichenstifts sowie ein Autor mit stets originellem, oft intellektuellem und fast immer skurrilem Humor", heißt es auf der Homepage des Comic-Salons, der vor allem in Deutschland, der Schweiz und dem französischsprachigen Raum bekannt sei. Viele seiner Originalpublikationen erscheinen, wenn auch in Deutsch verfasst, zuerst in einer Fremdsprache.

Reiche wurde vor allem durch seine Abenteuer des Igels Mecki in "Hörzu" und die Beschreibung der Alltagsnöte des Büroangestellten Strizz in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bekannt. "In seiner Arbeit bewahrt Reiche die Wurzeln der klassischen Comic- Kultur. Zugleich schreibt er sie auf grafisch und literarisch höchstem Niveau fort", erklärte die Jury.

Internationales

Als bester internationaler Comic wurde "Die Unschuldigen" von Gipi ausgezeichnet. Erstmals wurde in diesem Jahr eine eigene Kategorie für Manga, die Comics aus Japan, vergeben. Das preisgekrönte Comic "Barfuß durch Hiroshima" von Keji Nakazawa ist schon 1982 erschienen. "Dieser papiergewordene Schrei nach Frieden und Gerechtigkeit erfährt jetzt im Zuge des Manga-Booms seine verdiente Würdigung", heißt es in der Begründung.

Spezialpreis

Einen Spezialpreis sprach die Jury Ralf König zu. Im Streit um die Mohammed-Karikaturen habe König die Konsequenzen islamistischer Zensur-Forderungen auf die satirische Spitze getrieben und in ihrer Absurdität entlarvt. "Damit hat er Mut bewiesen im ewigen Kampf der Kunst gegen politisch, ideologisch oder religiös begründete Unterdrückungsversuche", so die Laudatio. Jacques Tardi erhielt den Sonderpreis für ein Lebenswerk. "Er ist für eine junge Generation von Zeichnern ein Vorbild, ohne jemals Lehrer gewesen zu sein, ein Künstler, an dessen Arbeiten wir uns noch in Jahrzehnten nicht sattgesehen haben werden", heißt es dazu.

Mit dem Titel "Bester Comic für Kinder" kann sich das Album "Jónas Blondal" von Jens F. Ehrenreich schmücken. Max Goldt wurde als bester Szenarist und "Doones-bury" von Gary Trudeau als bester Comicstrip ausgezeichnet. Alle weiteren Auszeichnungen sind undotiert. (APA/dpa)

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