China startet Kapitalmarkt-Offensive

31. Juli 2006, 13:32
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Das Land im Reich der Mitte rüstet sich für den internationalen Wettbewerb

Wien - Chinesische Banken dürfen sich künftig an Versicherungsgesellschaften beteiligen. Umgekehrt sollen sich Versicherungen auch Beteiligungen bei Banken sichern können. Dies kündigte die chinesische Bankenaufsicht, die China Banking Regulatory Commission, an.

Mit dem Wegfall dieser Sektor-Barriere will China seine Finanzunternehmen für den Wettbewerb mit ausländischen Finanzkonzernen wie HSBC oder American International Group fit machen.

Die Lockerung der Richtlinien wird es Finanzdienstleistern wie der Bank of China und China Life Insurance erleichtern, enger beim Vertrieb zusammenzuarbeiten und neue Einnahmequellen aufzutun. Wann diese Veränderungen gültig werden, gab die Aufsichtsbehörde nicht an.

Marktöffnung

Ende 2006 will China den Bankenmarkt vollständig für ausländische Wettbewerber öffnen. Damit können Institute wie Citigroup oder die Deutsche Bank um die Gunst der chinesischen Sparer kämpfen, deren Spareinlagen sich auf 1,9 Bio. Dollar (1,5 Bio. Euro) belaufen. Die Restriktionen für ausländische Versicherer hatte China bereits im Dezember 2004 abgeschafft.

Zusätzlich wird es lokalen Töchtern ausländischer Unternehmen künftig erlaubt sein, sich bei chinesischen Aktiengesellschaften einzukaufen. Ab dem 1. Juli können strategische Beteiligungen eingegangen werden. Die Tochtergesellschaften werden dabei rechtlich als ausländische Aktionäre betrachtet.

Ausländische Unternehmen mit Auslandsaktiva von mindestens 100 Mio. Dollar (79 Mio. Euro) können laut einer Richtlinie auf Yuan lautende A-Aktien von Aktiengesellschaften kaufen, die an den Börsen Schanghai oder Shenzhen gelistet sind. Dasselbe gilt für ausländische Gesellschaften mit einem verwalteten Vermögen von nicht weniger als 500 Mio. Dollar.

Dreijährige Haltefrist

Die Beteiligungen ausländischer Investoren unterliegen einer dreijährigen Haltefrist und sollen die Kapitaldecke chinesischer Unternehmen stärken und helfen, das Management zu verbessern.

Constantin Veyder-Malberg, Vorstand der Capital Bank, wartet derzeit auf die Zusage der chinesischen Finanzmarktaufsicht für den Status eines "Qualified Foreign Institutional Investor". Damit dürfte die Bank als erstes österreichisches Institut direkt in A-Shares investieren, die in der chinesischen Landeswährung Renminbi notieren und ausländischen Investoren bisher nicht zugänglich waren. (bpf, Bloomberg, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.6.2006)

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    foto: epa. quelle: standard/jp morgan
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