Debatte über Big-Mac-Pönale

4. Juli 2006, 15:56
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Nach Schüssels McDonald's-Werbung: Ist Spende steuerpflichtig?

Wien - Das McDonald's Plakat, das Wolfgang Schüssel in Siegerpose mit dem Slogan "Österreich isst Weltmeister"zeigt, inspiriert. Der Kurierbrachte das Sujet als Sonntagsaufmacher mit abgewandeltem Slogan: "Österreich ist Europameister". McDonald's dürfte es gefreut haben, das Bundeskanzleramt auch. Sympathiewerbung umsonst bekommt ein Politiker selten.

Nach wie vor unklar ist, an welche karitative Organisation jene fünfstellige Spende der verantwortlichen Werbeagentur CCP Heye gehen wird, die Schüssel als "Wiedergutmachung"für die ungefragte Verwendung seines Gesichts angeboten wurde. Laut Peter Cerny von CCP Heye warte man noch auf einen Vorschlag des Kanzleramtes. Laut Heidi Glück, Pressesprecherin des Kanzlers, ist das alleinige Sache der Agentur.

Im Kanzleramt ist man inzwischen deutlich bemüht, auf Distanz zur Aktion zu gehen. Auch aus steuerrechtlichen Gründen: Denn Honorare, die an karitative Organisationen gespendet werden, sind steuerpflichtig - außer sie wurden "weder ausdrücklich noch schlüssig"vereinbart und der Honorarempfänger überlässt es dem Auftragsgeber, die Summe zuzuweisen.

Die SPÖ bezweifelt nach wie vor, dass Schüssel in den Werbefeldzug nicht eingebunden war. "Schüssel macht Werbung für McDonald's und McDonald's macht Werbung für Schüssel. Dazu sollen beide Seiten stehen", meint der rote Kommunikationschef Josef Kalina. (tó/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.6.2006)

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