Wikipedia: Wachsende Popularität führt zu Änderungen

11. Juli 2006, 10:36
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Die freie Online-Enzyklopädie wird sich nicht mehr nur auf ihre UserInnen verlassen

Geschönte Artikel von wahlkämpfenden Politikern, Lobeshymnen auf seinen Chef und fälschliche Todesmeldungen – in der jüngeren Vergangenheit hatte die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia mit einigen Schwierigkeiten und wachsenden Kritik zu kämpfen. Dabei war das System nachdem die UserInnen gegenseitig ihre Einträge prüfen und korregieren sollten, bislang ein sehr erfolgreiches. Doch nun scheint sich einiges in diesem bereich zu ändern.

Kontrolle ist besser

Nach dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, werden in Zukunft einige weit reichende Änderungen erwartet. Immer mehr Einträge werden von „Administratoren“ gesperrt und damit vor Änderungen geschützt. In der jüngeren Vergangenheit mussten so etwa die Artikel zu Albert Einstein und Christina Aguilera gesperrt werden, da sie immer wieder Ziele von Vandalenakten wurden. Die beiden gehören zu einer Gruppe von 82 komplett gesperrten Einträgen. 179 Artikel – darunter jene zu Adolf Hitler. George W. Bush und dem Islam sind “halbgeschützt”; dies bedeutet, dass sie nur von UserInnen geändert werden können, die spezielle Berechtigungen haben.

Auswirkungen

Nun wird eifrig diskutiert und debattiert, ob denn diese Änderungen direkte Auswirkungen auf das demokratische Prinzip der Enzyklopädie haben werden. Aus Sicht von Jimmy Wales, dem Gründer von Wikipedia, warden davon nur sehr weniger der Millionen Einträge in Wikipedia wirklich betroffen sein und sich daher wenig Änderungen ergeben. „Schutz ist ein Tool für die Qualitätskontrolle, aber es definiert nicht wofür Wikipedia, als Gemeinschaft aus Freiwilligen und einer offenen Teilnahme eigentlich steht“, so Wales.

Wenige echte Mitarbeiter

„Viele Leute glauben, dass hier zehn Millionen Menschen am Werk sind und ihren Input einfließen lassen. In Wahrheit ist ein Großteil der Einträge aber das Werk einer kleinen Kerngruppe“, so Wales weiter. Die Administratoren sind alle Freiwillige, meist in den 20ern und in einer konstanten Kommunikation untereinander. Die Freiwilligen achten auf Vandalismus und den so genannten „Drive-by Nonsense“. Auch selbst geschriebene Monitoringsoftware kommt zum Einsatz und soll die Einträge schützen.

Nachahmer

Wikipedia hat mittlerweile einige Nachahmer gefunden. Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat die „Encyclopedia of Earth” gegründet und auf “Congresspedia” findet sich eine neue Enzyklopädie mit Artikel über jedes Mitglied des US Congress.(red)

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